Kein Ende der Skandale: 4. Astana-Doping- Fall in zwei Monaten - Kaschetschkin positiv

Kasache des Blut-Dopings überführt - suspendiert Vuelta-Organisatoren könnten Astana ausschließen

Das Astana-Radsport-Team, Equipe des Österreichers Rene Haselbacher, hat den vierten Doping-Fall in den eigenen Reihen in den vergangenen zwei Monaten bestätigt. Der Kasache Andrej Kaschetschkin wurde bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle zwei Tage nach dem Ende der Tour de France am 1. August in Belek/Türkei überführt, Blut-Doping vorgenommen zu haben. Der Profi wurde von seinem Team, das zur Zeit in der Schweiz trainiert und an einem Neuaufbau für einen "sauberen Radsport" arbeitet, suspendiert.

Vor Kaschetschkin war auch dessen kasachischer Landsmann und einstiger Astana-Kapitän Alexander Winokurow während der Tour des Fremdblut-Dopings überführt und daraufhin entlassen worden. Vor dem Tour-Start war der Deutsche Matthias Kessler mit einem positiven Testosteron-Doping-Test aufgefallen. Der Astana-Fahrer Eddy Mazzoleni (Italien) verließ das Team, nachdem er sich wegen eines länger zurück liegenden Doping-Vergehens vor der Justiz seines Heimatlandes verantworten musste.

Nach dem Doping-Fall Winokurow hatte sich das gesamte Astana-Team nach der 15. Etappe aus der Tour zurückgezogen. Kaschetschkin lag zum Zeitpunkt des Ausstiegs auf dem achten Rang der Gesamtwertung. Für den gesamten August hatte sich die Formation, die mit Schweizer Lizenz fährt und von der kasachischen Industrie gesponsert wird, aus dem internationalen Rennbetrieb zurückgezogen. Der erneute "harte Schlag" beeinträchtige nicht das Bemühen der Mannschaft, an "drastischen Maßnahmen für einen sauberen Radsport" festzuhalten, hieß es am Mittwoch in einer Astana-Erklärung.

Astana-Start bei Vuelta fraglich
Die Organisatoren der Spanien-Radrundfahrt (1. bis 23. September) haben sich nach dem positiven Dopingbefund von Kaschetschkin ablehnend zu einer eventuellen Starterlaubnis für den schweizerisch-kasachischen ProTour-Rennstall geäußert. "Wir haben mit der Teamleitung gesprochen und sie haben uns gesagt, dass sie Maßnahmen ergreifen werden. Wir werden am Montag entscheiden, ob sie starten dürfen, momentan schaut es nicht danach aus", sagte Vuelta-Direktor Victor Cordero am Donnerstag gegenüber spanischen Medien. (apa)