Kein Ende der Gewalt: 60 Todesopfer bei neuem Massaker in Krisenregion Darfur

Freischärler attackierten Tordjam-Stamm im Sudan

Die Massaker in der westsudanesischen Region Darfur nehmen kein Ende. Mindestens 60 Menschen kamen ums Leben, als Freischärler Angehörige des arabischen Tordjam-Stamm angriffen, wie ein Stammesführer berichtete. Weitere 13 Menschen würden im Krankenhaus der Stadt Nyala behandelt.

Während die Tordjam die regimetreuen Janjaweed-Reitermilizen verantwortlich machten, wiesen die Behörden die Schuld einem verfeindeten arabischen Stamm zu, der angeblich Vieh plündern wollte. Der Stammesführer sagte, am Samstag seien 23 Tote bestattet worden. In der Nacht auf Sonntag seien weitere 37 Leichen ins Krankenhaus von Nyala, der Verwaltungshauptstadt von Süd-Darfur, gebracht worden. In einem Krankenhaus in der Ortschaft Kas würden acht Verletzte behandelt.

Ein Regierungsvertreter sagte, bewaffnete Männer auf Dromedaren und Eseln seien in das Tordjam-Dorf eingefallen, um Vieh zu plündern. Es handle sich um Angehörige eines verfeindeten Stammes. Mit rund 500 Rindern hätten sich die Angreifer dann davongemacht.

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hatte sich zuvor in Genf zutiefst beunruhigt erklärt über das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen in Darfur. Die EU-Außenminister sprachen sich in Bremen dafür aus, mit den Vetomächten im UNO-Sicherheitsrat China und Russland über die humanitäre Katastrophe in der westsudanesischen Region zu sprechen. Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben dem sudanesischen Regime direkte Verwicklung in die Gräueltaten in Darfur zur Last gelegt. Etwa eine Viertelmillion Menschen wurden in den vergangenen drei Jahren getötet und 2,5 Millionen vertrieben.

(apa/red)