Kein weiterer Dopingfall bei Tour 2008:
Proben von 17 Fahrern nachkontrolliert

Anti-Doping-Agentur: "Nachkontrollen waren negativ" PLUS: Kein Dopingfall bei der Tour de France 2009

Kein weiterer Dopingfall bei Tour 2008:
Proben von 17 Fahrern nachkontrolliert © Bild: Reuters

Die Nachtests von Dopingproben der Tour de France 2008 mit verfeinerten Methoden haben keinen neuen Dopingfall ans Licht gebracht. "Die 17 Nachkontrollen waren negativ", sagte der Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, Pierre Bordry. Von welchen Fahrern die auf das EPO-Nachfolgeprodukt CERA kontrollierten Proben stammten, wollte Bordry nicht sagen.

Im vergangenen Jahr waren bei Nachkontrollen der Niederösterreicher Bernhard Kohl (Gesamt-Dritter und Bergkönig), sein deutscher Teamkollege Stefan Schumacher (zweifacher Etappensieger und Träger des Gelben Trikots) sowie der Italiener Leonardo Piepoli positiv auf Cera getestet worden. Schon während der Tour 2008 waren der italienische Kletterspezialist Riccardo Ricco (CERA), die beiden Spanier Manuel Beltran und Moises Duenas (jeweils Epo) sowie der Kasache Dimitri Fofonow (Stimulans) erwischt worden. In der heurigen Tour de France gab es keinen Dopingfall.

Keine Kooperation
So richtig zufrieden äußerte sich Pierre Bordry bei seiner Pressekonferenz in Paris aber nicht. Zu sehr stört sich der AFLD-Chef am UCI-Testprogramm bei der heurigen Frankreich-Rundfahrt, bei der den Fahndern kein einziger Doping-Sünder ins Netz gegangen war. "Das war nicht alles so, wie es sein sollte", kritisierte Bordry mit Blick auf den Radsport-Weltverband UCI. Wichtige Regeln seien nicht eingehalten worden. Deshalb wolle man bei der Tour de France 2010 auch nicht mehr mit der UCI zusammenarbeiten. Das beruht auf Gegenseitigkeit.

Michael Lehner, Anwalt des Deutschen Stefan Schumacher, meinte, sein Mandant fühle sich mehr denn je als "Bauernopfer", das auf Grundlage eines "unsicheren Ergebnisses" - das CERA-Testverfahren sei im Oktober 2008 nicht zulässig gewesen - gesperrt worden sei. "Die AFLD arbeitet nicht sauber", sagte Lehner. Auch den deutschen Molekularbiologen Werner Franke überzeugte die Kunde aus Paris nicht, wenn auch aus anderen ganz anderen Gründen. "Mit den unzulänglichen Testverfahren, die angewendet wurden, kann nichts herauskommen", monierte der Anti-Doping-Kämpfer.

(apa/red)