"Kehrt zum Weg Gottes zurück": Präsident Irans richtet "Botschaft an die Welt"

"Nutzung der Atomenergie grundlegender Wille"

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat in einer "Botschaft des iranischen Volkes an die Welt" dazu aufgerufen, zum "Weg Gottes, der Gerechtigkeit und des Friedens" zurückzukehren. Bei einer Rede in Kamijan im Zentraliran bekräftigte Ahmadinejad laut iranischer Nachrichtenagentur IRNA des Recht seines Landes auf Kernenergie.

Alle Probleme der Welt könnten gelöst werden, wenn überall Gerechtigkeit herrsche, erklärte der ultrareligiöse Präsident. Die Politik des iranischen Volkes basiere auf der Gerechtigkeit. Die friedliche Nutzung der Kernenergie sei sein grundlegende Wille, der von den übrigen Ländern respektiert werden müsse.

Die moslemische Nation des Iran, die über die göttlichen Lehren verfüge und die an einen einzigen Gott glaube, werde sich keinen Fingerbreit der Tyrannei, Aggression und der Ungerechtigkeit beugen, betonte Ahmadinejad. Das Hauptproblem, unter dem die Menschheit leide, sei, dass "bestimmte Mächte" sich von der Gerechtigkeit entfernt hätten. Diese Mächte würden niemals in Frieden leben, drohte Ahmadinejad in Richtung USA und Israel.

Russischer Außenminister kündigt "Vorschlagspaket" für Iran an
Wenige Tage vor dem neuen Treffen der Sechsergruppe zu den iranischen Atomplänen hat der russische Außenminister Sergej Lawrow ein "Paket von vorteilhaften Vorschlägen" für Teheran angekündigt. Dieses würde viele Angebote enthalten, sagte er am Freitag vor Journalisten in Straßburg. Ziel seien "direkte Verhandlungen" mit dem Iran. Dafür solle aus russischer Sicht keine "Vorbedingungen" geben. Es gehe nicht darum, gegen die Regierung in Teheran ein "Diktat" zu verhängen.

Eine engere internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit könne für den Iran nur von Vorteil sein, sagte Lawrow weiter. Das Land müsse jedoch seinerseits zu einer "vollständigen Zusammenarbeit" mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO (IAEA) in Wien bereit sein. Lawrow hielt sich im Europarat auf, wo Russland am Freitag erstmals den Vorsitz des Ministerkomitees übernahm.

Das ursprünglich am Freitag in London geplante Treffen des EU-Trios, der Vereinigten Staaten, Chinas und Russlands zum Atomstreit mit dem Iran wurde auf kommenden Mittwoch verschoben. Die Teilnehmerstaaten benötigten mehr Zeit, um Teheran neue Verhandlungsangebote unterbreiten zu können, begründete die britische Regierung den Aufschub.

Die EU, vertreten durch Deutschland, Frankreich und Großbritannien, fürchtet ebenso wie die USA, der Iran könnte unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms am Bau von Atomwaffen arbeiten. Im UNO-Sicherheitsrat sperren sich die Vetomächte China und Russland bisher gegen die Verabschiedung einer Resolution, die Strafmaßnahmen bis hin zu einem Militäreinsatz gegen den Iran vorsieht.
(APA/red)