Kaum eine der großen Nationen will Topf 1:
Derzeit wären Niederlande auf diesem Platz

Gemeinsamer Topf mit Gastgebern und Griechenland Marco van Basten schließt absichtliche Niederlage aus

Kaum eine der großen Nationen will Topf 1:
Derzeit wären Niederlande auf diesem Platz

England, Portugal, Schweden und die Türkei gelten als die Favoriten auf die vier verbliebenen Startplätze für die Fußball-EM 2008. Währenddessen geht es für bereits qualifizierte Topnationen wie Italien, Frankreich, Deutschland oder die Niederlande in der EM-Quali nur noch ums Prestige. Und um die Einteilung der Lostöpfe für die Endrunde in Österreich und der Schweiz. Derzeit würden die Niederlande am 2. Dezember in Luzern neben den beiden Gastgebern und Titelverteidiger Griechenland aus Topf 1 gezogen werden.

Vorteil ergibt sich für die "Oranjes" daraus keiner - im Gegenteil. Stattdessen würde laut aktuellem Stand etwa eine Gruppe mit Weltmeister Italien (derzeit Topf 2), England (Topf 3) und Frankreich (Topf 4) drohen. Der ehemalige Welt- und Europameister Frankreich befindet sich ebenso wie Spanien im schwächsten Lostopf. Grund dafür ist der kurze Durchrechnungszeitraum (nur Spiele aus der WM-Quali für 2006 und der laufenden EM-Quali zählen) für den UEFA-Koeffizienten. Lediglich Deutschland könnte die Niederlande mit einem Heimsieg gegen Wales noch aus Topf 1 verdrängen.

Ein Vorteil für Lostopf 1
Dafür müssten die Niederländer aber in Weißrussland verlieren. "Oranje"-Teamchef Marco van Basten schloss die Möglichkeit einer absichtlichen Niederlage aus und verwies auf einen Vorteil, den eine Topf-eins-Nation hätte: "Man würde alle drei Gruppenspiele in einem Stadion spielen." Im Fall der Niederländer entweder in Salzburg oder in Bern. Dennoch sagten Van Basten eine Reihe von angeschlagenen Stars für das Weißrussland-Spiel ab - darunter Ruud van Nistelrooy, Clarence Seedorf und Keeper Edwin van der Sar.

Auch Deutschland-Teamchef Joachim Löw lässt die besondere Situation kalt. "Wir wollen einfach nur gegen Wales gewinnen, mit allem anderen beschäftige ich mich nicht", erklärte der Ex-Coach von FC Tirol und Austria Wien. Ähnlich sieht es Teammanager Oliver Bierhoff, der sich zuletzt auch einen verbalen Schlagabtausch mit Ex-Teamchef Rudi Völler geliefert hatte: "Das wäre skandalös. Wenn wir Europameister werden wollen, müssen wir jeden schlagen." WM-Torschützenkönig Miroslav Klose kündigte in Frankfurt ein Schützenfest an, Tabellenführer Tschechien gastiert in Zypern.

Italien und Frankreich ohne Ernsthaftigkeit
Die WM-Finalisten Italien und Frankreich beginnen ihre EURO-Vorbereitung gegen die Färöer bzw. in der Ukraine. Italiens Nationaltrainer Roberto Donadoni dürfte in Modena den Großteil seiner Stammformation vom entscheidenden Sieg in Schottland (2:1) schonen. Vize-Weltmeister Frankreich gastiert in Kiew immerhin bei einem WM-Viertelfinalisten. "Wir müssen zeigen, dass wir uns verdient qualifiziert haben. Trotzdem ist es unser erstes Vorbereitungsspiel", erklärte Teamchef Raymond Domenech.

Endgültig abgeschlossen wird die Qualifikation allerdings erst am Samstag mit dem Nachtragsspiel zwischen Serbien und Kasachstan. Bei einer unerwarteten Heimniederlage Portugals im Entscheidungssieg gegen Finnland und einem gleichzeitigen Heimsieg gegen die bereits fix qualifizierten Polen könnten dann sogar die Serben noch über eine Chance auf die EM-Teilnahme verfügen.

(apa/red)

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