Kaum Chancen auf Arbeitsmarkt: AMS schickt 65-Jährigen trotzdem in Schulung

Vorarlberger muss jetzt täglich in Computerkurs SP spricht von Verschönerung der Arbeitslosenzahlen

Ein beinahe 66-jähriger Mann aus Lauterach bei Bregenz absolviert derzeit einen AMS-Computerkurs. Obwohl der Mann auch nach Einschätzung des AMS nur relativ geringe Chancen hat, noch einmal in den Arbeitsmarkt einzusteigen, drückt er täglich die Schulbank. Die Vorarlberger SPÖ spricht von einer Verschönerung der Arbeitslosenzahlen, berichtete am Mittwoch ORF Radio Vorarlberg.

Der SPÖ-Landtagsabgeordnete Michael Ritsch sieht den Kursbesuch des im Herbst 66 Jahre alt werdenden Mannes in fehlenden Versicherungszeiten begründet. "Nur zur Verschönerung der Arbeitslosenzahlen kann es nicht sein, dass ein 66-Jähriger in eine Job-Aktiv-Maßnahme muss. Ich denke, es ist sich jeder bewusst, dass man mit 66 Jahren wahrscheinlich keinen Job mehr bekommen wird", sagte Ritsch gegenüber dem Rundfunk.

AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini gab zu, dass die Chancen auf ein Unterkommen des Mannes auf dem Arbeitsmarkt relativ gering seien. Das AMS habe aber die Pflicht, jedem Arbeitswilligen die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Genau diese Situation treffe bei dem Mann zu. Arbeitssuchende im Alter über 65 Jahren bildeten aber eine Ausnahme. Strinis Angaben zufolge sind in Vorarlberg maximal zehn Arbeitslose über 65 Jahre vorgemerkt.

(apa)