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Der Gegenpol zum
"Black Friday"

Kauf-Nix-Tag: Wie Konsumverzicht der Umwelt gut tun kann

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"Black Friday" © Bild: Istockphoto.com/Maciej Bledowski

Jedes Jahr lockt der sogenannte "Black Friday" mit Schnäppchenpreisen. Dem entgegengesetzt ist der einen Tag später stattfindende Kauf-Nix-Tag. Er soll die Konsumenten - gerade in der Weihnachtszeit - daran erinnern, wie sich der Kaufrausch auf die Umwelt auswirken kann.

Der "Black Friday" kommt eigentlich aus den USA, mittlerweile findet man aber auch in Österreich und Deutschland an diesem Tag immer mehr Spezial-Angebote. Als Gegenpol zu diesem Tag, und um zum Nachdenken anzuregen, wurde der Kauf-Nix-Tag ins Leben gerufen. Der Tag hat vor allem symbolische Bedeutung, geht es doch darum dem Konsumenten das bewusste Einkaufen wieder näher zu bringen und Konsumgüter wieder mehr schätzen zu lernen.

Für die Umwelt und das Geldbörserl

Über 100 Milliarden Kleidungsstücke werden jedes Jahr weltweit hergestellt, kurz getragen und weggeworfen, wie die Umweltorganisation Greenpeace in einer Aussendung zum Kauf-Nix-Tag mitteilte. Die weltweite Textilproduktion habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Greenpeace fordert daher dazu auf, seltener einzukaufen und dafür auf die Qualität der Kleidung zu achten: Langlebige und hochwertige Kleidung schone auf Dauer nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt.

"Die Trends von heute sind der Müll von morgen. Wir kaufen und entsorgen Kleidung in einem Tempo, das der Planet nicht aushält", sagt Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. Im Schnitt kaufe jede Österreicherin und jeder Österreicher jährlich mindestens 50 Kleidungsstücke. Gleichzeitig wird die Kleidung nur halb so lange getragen wie vor 15 Jahren. Als Lösung sieht die Umweltorganisation nur eine Devise an: Weniger ist mehr. Neben der Masse an Kleidung sei deren schlechte Qualität ein Problem. 60 Prozent der Kleidung besteht inzwischen aus der erdölbasierten Kunstfaser Polyester, deren Produktion dreimal mehr klimaschädliches Treibhausgas emittiert als Baumwolle. "Mikrofasern aus Polyester verschmutzen Gewässer und sind vor allem wegen ihrer Auswirkungen auf Meereslebewesen brisant", teilte Greenpeace mit.

Warum die Altkleidersammlung keine Lösung ist

Wer sich jetzt denkt, dann wandern die Kleidungsstücke eben in die Altkleidersammlung, irgendwer kann das Gewand sicher brauchen, der irrt. Selbst die Märkte dafür seien mittlerweile laut Umweltschützern gesättigt. 42 Staaten aus Afrika, Süd-Amerika und Asien haben den Import von Altkleidern inzwischen beschränkt oder verboten. Billigmode mit hohem Kunstfaseranteil ist zudem kaum recyclingfähig, wird geschreddert und zu Putzlappen oder Isolierstoffen verarbeitet.

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