Katzenjammer nach Aufholjagd bei Rapid:
2:2 gegen Salzburg "zwei verlorene Punkte"

Pacult von Leistung bis zu Gegentoren begeistert Stevens: "Es hätte 4:0 für Rapid stehen können"

Katzenjammer nach Aufholjagd bei Rapid:
2:2 gegen Salzburg "zwei verlorene Punkte" © Bild: Reuters

Rapid kommt in der Bundesliga nicht so recht vom Fleck. Nach dem 2:2 gegen Red Bull Salzburg rangiert der Rekordmeister fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter weiterhin nur auf Platz sechs. Die phasenweise beeindruckende Leistung der Hütteldorfer im Hanappi-Stadion war da nur ein schwacher Trost.

"Wenn man nach einem 0:2 noch einen Punkt holt, kann man nicht unzufrieden sein. Aber es ist ärgerlich, weil wir so viele Chancen vergeben haben. Wir haben zwei Punkte verloren", jammerte Goalie Helge Payer. Kapitän Steffen Hofmann schloss sich der Meinung seines Torhüters an. "Wenn man die Chancen sieht, waren es zwei verlorene Punkte."

Salihi trifft bei Debüt
Etwas glücklicher wirkte da schon Hamdi Salihi, dem in seinem Debüt für Rapid der Ausgleich gelang. "Ich bin zufrieden. Aber perfekt wäre der Einstand erst gewesen, wenn ich kurz vor Schluss das zweite Tor gemacht hätte", sagte der von SV Ried geholte albanische Stürmer.

Auch Trainer Peter Pacult lag Salihis Stangenschuss wenige Sekunden vor dem Abpfiff - auf den noch ein Aluminium-Treffer des Salzburgers Pokrivac folgte - im Magen. "Wenn der Fußball-Gott heruntergeschaut hätte, hätte er den Ball reinkullern lassen", meinte der Wiener, lobte Salihi für den Ausgleichstreffer ("Bei ihm kann man immer damit rechnen, er hat ein Näschen für solche Situationen") und sprach von einem für Salzburg schmeichelhaften Remis.

Dies wollte sein Gegenüber Huub Stevens gar nicht abstreiten. "Es hätte 4:0 für Rapid stehen können und plötzlich steht es 2:0 für uns. So verrückt kann Fußball sein", meinte der Niederländer, der aufgrund der neuerlichen Startprobleme seines Teams witzelte, die "Bullen"-Kicker sollten vor einem Match kein Red Bull mehr zu sich nehmen.

"Fußball, der Spaß macht"
Pacult bezeichnete den Auftritt seiner Mannschaft gegen den Meister bis zu den beiden Gegentoren in der 38. und 39. Minute praktisch aus heiterem Himmel als "außergewöhnliche Leistung. Das war Fußball, der Spaß macht. Leider haben wir unsere Chancen nicht genützt. Aber mir ist es lieber, wir bieten solche Leistungen als wir gurken herum und gewinnen irgendwie".

Der Coach setzte erstmals in dieser Liga-Saison auf ein 4-2-3-1-System mit Hofmann als Freigeist hinter der einzigen Spitze Nikica Jelavic. Mit dieser Taktik schafften die Rapidler nicht nur in Birmingham den Aufstieg in die Europa-League-Gruppenphase, sondern spielten in der ersten Hälfte auch die Salzburger an die Wand. "Diese Änderung hat sich aus den Umständen ergeben, wenn man über Nacht einen 50-Tore-Sturm verliert", erklärte Pacult in Anspielung auf die Abgänge von Stefan Maierhofer und Erwin Hoffer.

(apa/red)