Leben mit Tieren von

Kann man Katzen
an der Leine führen?

Katze an der Leine © Bild: iStockphoto.com

Sie möchten, dass Ihre Wohnungskatze auch einmal die Welt außerhalb Ihrer vier Wände kennenlernt? Wie kann das funktionieren? Kann man Katzen denn überhaupt an der Leine führen? Ist das artgerecht? Gibt es eine bessere Alternative? Katzenverhaltensberaterin Petra Albrecht weiß Rat.

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"Prinzipiell sollten Katzen, die einen Freigang gewohnt waren, auch Freigänger bleiben dürfen und es gibt Katzen, die reine Haus- oder Wohnungskatzen sind und dies ebenso bleiben sollten", meint Petra Albrecht.

Die Freigänger

Zunächst zu den Freigängern: Diese haben ein abwechslungsreiches und spannendes Leben, oft aber leider ein sehr kurzes, denn viele Gefahren drohen: Verletzungen durch Kämpfe mit anderen Katzen, Krankheitsübertragungen, Verletzungen oder gar Tod durch das Überfahren von Autos, Vergiftungen durch die Aufnahme von vergifteten Tierködern etc.

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"Wir alle wollen doch, dass es unseren Stubentigern gut geht, sie gesund bleiben und möglichst lange gesund leben dürfen. Deshalb empfehlen wir Katzencoaches nur einen gesicherten Freigang", erklärt Albrecht. Das bedeutet, dass das eigene Grundstück oder Teile davon mit einem Katzenzaun abgegrenzt werden. Dieser ist bei etwas handwerklichem Geschick kostengünstig und selbst herzustellen. Die Katze hat dadurch die Möglichkeit, viele Eindrücke aufzunehmen, oder sich einfach nur in der Sonne zu wälzen und ist vor vielen Gefahren geschützt. Dies wäre die Idealform.

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Die Wohnungskatzen

Es gibt aber auch Katzen, die nie an die Freiheit gewöhnt wurden, sich vielleicht sogar davor fürchten und eben reine Wohnungskatzen sind. Für sie gibt es viele Alternativen, die Ihnen geboten werden können wie zum Beispiel ein Balkon, der katzentauglich gesichert ist, Fenster, die sehr einfach zu einem Katzenbalkon* umgebaut werden können, Leinengang oder Beschäftigungen anderer Art. Wichtig ist die Abwechslung und Beschäftigung der Katze.

Ein Katzenbalkon ist laut Petra Albrecht sehr einfach zu montieren. Dieser wird durch das Fenster geschoben, auf das äußere Fensterbrett gestellt und oben beidseits mit einem Winkel am Fensterrahmen befestigt. Eine Kuscheldecke oder ein Polster daraufgelegt und fertig ist der Katzenbalkon. Bei Schlechtwetter kann das Fenster ganz normal geschlossen werden. "Reine Wohnungskatzen haben mit so einem Fensterbalkon viel Abwechslung und sind gut gesichert. So können sie Vögel beobachten oder was sonst so in der Gegend passiert. Bei Mehrpersonenhäusern aber nicht auf die Einwilligung der Eigentümer vergessen", meint Abrecht.

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Ist meine Katze leinentauglich?

Ob eine Katze leinentauglich ist oder nicht, hängt laut der Katzenverhaltensberaterin von vielen Faktoren ab, wie der Katze selbst, dem Alter des Tieres und der Örtlichkeit (ruhigere Gegend oder vielbefahrene Straßen, dem Lärmpegel in der Gegend, viele Hunde oder andere Gefahren, etc.).

Wichtig ist jedenfalls die richtige Wahl des Brustgeschirrs*. "Dieses sollte breit und weich sein und stabil genug, um die Katze im Falle einer Aufregung nicht einzuengen oder gar zu verletzen", stellt Petra Albrecht klar. Selbstverständlich muss das Brustgeschirr auch "ausbruchssicher" sein, das heißt, dass sich die Katze nicht daraus befreien können darf. Ideal wäre ein zusätzlicher Sicherheitsverschluss, den die Katze allein nicht aufbekommt.

Wie gewöhne ich meine Katze an die Leine bzw. das Brustgeschirr?

Anfänglich sollten Sie Ihrer Katze das Brustgeschirr zur Kontaktaufnahme zeigen, es hinlegen und liegen lassen. Das Tier soll den Geruch aufnehmen können und auch seinen eigenen Geruch darauf verteilen. Nach etwa zwei Wochen kann man der Katze das Brustgeschirr erstmals umlegen, es aber noch nicht verschließen. Währenddessen mit Leckerlies füttern und das Brustgeschirr wieder abnehmen. Diesen Vorgang sollten Sie so lange wiederholen, bis sich die Katze daran gewöhnt hat. "Die Akzeptanz durch die Katze wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Wichtig ist es, die Katze nicht zu überfordern. Die Katze bestimmt das Tempo!", erklärt Petra Albrecht.

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Hat die Katze ihr Brustgeschirr akzeptiert, kann man beginnen, die Verschlüsse zuzumachen und mit dem Tier zu spielen oder es mit Leckerlies füttern. Das Brustgeschirr aber nur eine kurze Zeitspanne oben lassen, zu Beginn maximal zwei Minuten. "Weniger ist mehr. So die Katze nach und nach daran gewöhnen", meint der Katzencoach. Erst wenn diese Schritte gut gemeistert sind, kann die Leine am Brustgeschirr befestigt werden. Die Katze sollte aber auch jetzt nicht überfordern werden. Geben Sie ihr Zeit, sich an die Leine zu gewöhnen! Anfangs sollte man die Leine "durchhängen" lassen, damit die Katze bestimmen kann, wohin sie geht. "Bitte darauf achten, dass die Katze nirgendwo hängen bleibt. So kann man die Katze Schritt für Schritt an die Leine samt Brustgeschirr gewöhnen. Aber es ist nicht jede Katze dafür geeignet. Bitte unbedingt auf die Körpersprache der Katze achten! Das Wichtigste überhaupt: Die Katze bestimmt ob sie die Leine akzeptiert oder nicht", stellt Petra Albrecht klar.

Weitere Infos finden Sie hier: www.katzenberaterin.at

Im Video: Der Katzenberaterin über die Schulter geschaut

© Video: Martin Gamper/Beatrix Hammerschmied

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