Kates traumhaftes Brautkleid in weiß:
So hübsch sah die Braut am großen Tag aus

Von Alexander McQueen-Chefin Sarah Burton Österreichische Modeexpertin lobt das tolle Design

Die Wett-Experten hatten recht: Die neue Herzogin Catherine hat sich als Designerin für ihr Hochzeitskleid die Britin Sarah Burton vom Modelabel Alexander McQueen ausgesucht. Die 29 Jahre alte Braut habe eng mit der Designerin zusammengearbeitet und viele eigene Ideen eingebracht, teilte der Palast am Freitag mit. Beim Entwurf des cremeweißen Kleides folgten Kate und Burton der Linie, die die Braut für einen Großteil der Feierlichkeiten vorgegeben hatte: Sie verbanden Tradition mit Moderne und legten viel Wert auf Symbolik und die Verwendung britischer Handwerkskunst.

Allerdings war erwartet worden, dass Kate sich für eine ausschließlich klare, moderne Linie entscheiden würde. Sie überraschte nun mit der romantischen Ader, die sie modisch bisher nicht gezeigt hatte. Blickfang des Hochzeitskleides war vor allem das transparente Spitzenoberteil, das Schultern und Arme bedeckte. Darüber zogen sich Blumenranken, die die vier Teile Großbritanniens symbolisierten: englische Rose, schottische Distel, walisische Osterglocken, irisches Kleeblatt.

Für Modeschöpfer Karl Lagerfeld hat das Kleid einen "Hauch der 50er", der ihn an Marilyn Monroe oder an das Brautkleid von Königin Elizabeth II. denken lässt. "Das ist sehr hübsch, vergleichsweise klassisch, aber das geht bei der Kulisse", sagte Lagerfeld am Freitag im französischen Fernsehsender France 2. "Das ist ein Brautkleid, das in den Einzelheiten sehr raffiniert ist, viel raffinierter als das von Prinzessin Diana."

"Ich finde es extrem schön, edel und stimmig - elegant, edel und bescheiden, wie sich Kate als Persönlichkeit präsentiert", zeigte sich auch die österreichische Modeexpertin Irmie Schüch-Schamburek begeistert. "Grace Kelly hat einen ähnlichen Bustierschnitt getragen." Die Frisur war im Gegensatz zum Kleid gar nicht klassisch: "Dass sie ihre Haare offen trägt, ist ungewöhnlich aber sehr schön und stimmig. Festlicher wäre freilich eine Hochsteckfrisur", urteilte die Stilexpertin. Im Vergleich zum Hochzeitskleid von Diana sehe man einen großen Unterschied durch die Epochen: "Dianas Zeit war geprägt vom Hedonismus und Überfluss, wo man den Prunk nach außen getragen und die Wirtschaft floriert hat. Kates Kleid ist elegant und schlicht auch weil man bewusster und nachhaltiger denkt und Klasse ohne Prunk symbolisieren will."

Der Spitzenbesatz der Robe war in aufwendiger Handarbeit von der "Royal School of Needlework" gefertigt worden, die sich für die Bewahrung alter Handarbeitstechniken einsetzt. Die dabei verwendete Technik stammt aus den 1820er Jahren und wurde in Irland entwickelt. Auch der Schleier wurde in der dort gefertigt und mit handgestickten Blumen dekoriert.

Das Mieder und der Rock des Kleides wurden aus elfenbeinfarbener und weißer Gaze gefertigt und sollten an eine sich öffnende Blüte erinnern. Die Schleppe maß 2,70 Meter und war damit fast fünf Meter kürzer als die Schleppe Dianas, deren Kleid stolze 7,62 Meter maß. Sämtliche Stoffe stammen nach Angaben des Palastes von britischen Firmen. Die Gestaltung der Taille erinnerte an die viktorianische Korsett-Tradition, eines der Markenzeichen von Alexander McQueen: An die eng geschnittene Taille werden Hüftpolster angesetzt, die dem Rock eine schwingende Form geben.

Das Diadem war eine Leihgabe von Williams Großmutter Queen Elizabeth II.. Das Cartier-Stück aus dem Jahr 1936 war ein Geschenk des Vaters der Queen, Königs George VI., an seine Frau gewesen. Elizabeth hatte den Kopfschmuck zu ihrem 18. Geburtstag bekommen. Kates Ohrringe waren ein Geschenk ihrer Eltern und zeigten Eichenblätter.

Burton war über viele Jahre die engste Mitarbeiterin des als Mode-Rebell gefeierten Alexander McQueen gewesen. Im Februar 2010 nahm er sich im Alter von 40 Jahren das Leben. Die Gestaltung von Kates Hochzeitskleid war die "Erfahrung ihres Lebens" wie Burton am Freitag betonte: "Es war eine solch unglaubliche Ehre, gefragt zu werden, und ich bin so stolz auf das, was das Team von Alexander McQueen geschaffen hat."

(apa/red)