Kate Allen gewinnt EM-Silber im Triathlon: Olympiasiegerin präsentiert sich bärenstark

Kopenhagen: 46 Sekunden fehlten auf Goldmedaille Auch Kollegin Eva Dollinger landet in den Top Ten

 Kate Allen gewinnt EM-Silber im Triathlon: Olympiasiegerin präsentiert sich bärenstark

Kate Allen hat es wieder einmal allen bewiesen. Österreichs Triathlon-Olympiasiegerin hat in Kopenhagen auf der olympischen Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen ) EM-Silber geholt - ihr zweites nach 2004, dem Jahr ihres Olympia-Triumphes in Athen. Dabei war es seit damals erst das vierte Rennen der 37-Jährigen über diese Distanz. Bei den drei vorangegangenen Weltcup-Stars hatte Allen nach ihrer Rückkehr vom Ironman noch mit den Rängen 49, 39 und 31 enttäuscht.

"Die ersten Rennen waren ganz, ganz schlecht. Aber das heute stimmt mich sehr positiv", versicherte Allen gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Die Entscheidung im Kampf um Medaillen hatte Allen einmal mehr im Laufen herbeigeführt. Im Schlusssprint einer fünfköpfigen Verfolgergruppe distanzierte die gebürtige Australierin die Schweizerin Nicola Spirig um drei Sekunden und sicherte sich Silber. "Das Laufen war perfekt", meinte Allen. Ebenso wie ihr Timing im Formaufbau. "Das bestätigt meinen Weg."

Lediglich die Portugiesin Vanessa Fernandes war in 2:02:36 Stunden nicht zu schlagen. Die 32-jährige Titelverteidigerin, die sich ihr viertes EM-Gold sicherte und seit Olympia 2004 nur ein Rennen verloren hat, siegte mit 46 Sekunden Vorsprung. "Die Konkurrenz ist da. Das hat man heute gesehen", sagte Allen, die auf Fernandes exakt 45 Sekunden im Schwimmen verloren hatte. In der Vorbereitung hatte sich Allen vornehmlich auf das Schwimmtraining konzentriert, hielt ihren Rückstand beim ersten Wechsel daher vergleichsweise in Grenzen.

Dabei war ihre am wenigsten geliebte Disziplin laut eigenen Angaben erneut nicht hundertprozentig nach Wunsch verlaufen. Einen Vorteil sah Allen allerdings darin, dass auf Grund der geringen Wassertemperatur von rund 16 Grad Celsius mit Neopren-Anzügen geschwommen wurde. "Das war sicher kein Nachteil für mich. Wenn auch bei der WM in Hamburg (1./2. September) mit Neopren geschwommen wird, dann erhöht das auch dort meine Chancen", erklärte die Wahl-Tirolerin. Die im Reglement festgeschriebene Grenze für oder gegen die Anzüge liegt bei 20 Grad.

Kitzbühel nächster Höhepunkt
Als nächsten ihrer drei Saisonhöhepunkte nennt Allen ihren Heim-Weltcup am 22. Juli in Kitzbühel, im Hinterkopf hat sie aber natürlich auch bereits die Olympischen Spiele 2008 in Peking. "Das heute gibt mir Auftrieb. Ich war nicht schlecht in Form. Das habe ich gewusst. Ich habe ein gutes Gefühl gehabt, auch wenn es in den ersten Rennen heuer nicht so gut gelaufen ist", erklärte die Olympiasiegerin von Athen.

Neben Österreichs Triathlon-Aushängeschild landete eine weitere heimische Athletin in den Top Ten. Die Tirolerin Eva Dollinger belegte mit 1:51 Minuten Rückstand EM-Rang neun. Die Oberösterreicherin Tania Haiböck wurde mit 3:56 Minuten Rückstand 19., die Niederösterreicherin Lisa Hütthaler kam nicht ins Ziel.

Bei den Herren holte sich der Spanier Javier Gomez nach 1:51:58 Stunden den Titel über die olympische Distanz vor den beiden Deutschen Jan Frodeno (1:52:16) und Daniel Unger (1:52:40).

Der einzige Österreicher bei den Herren, Franz Höfer, belegte den 22. Rang. Der Salzburger bewältigte die 1.500 m Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen in 1:53:57.

(apa/red)