Katastrophenalarm nach Starkregen in NÖ:
Über 2.000 Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Weinviertel: 90 Häuser in Zellerndorf überflutet Feuerwehrkommandant: "Leute hier sind verzweifelt"

Katastrophenalarm nach Starkregen in NÖ:
Über 2.000 Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Starke Regenfälle haben in Niederösterreich am Samstag mehr als 2.000 Feuerwehrleute auf den Plan gerufen. Im Wald- und Weinviertel kam es zu Überflutungen, Flüsse traten über die Ufer, unzählige Keller und Häuser mussten ausgepumpt werden, meldete das Landesfeuerwehrkommando. Massiv betroffen waren die Bezirke Horn, Hollabrunn und Korneuburg, wo sich die Lage am Samstagabend verschärfte.

Im Bezirk Horn waren bereits seit den frühen Morgenstunden 900 Kräfte im Einsatz, im Lauf des Tages wurde zusätzlich ein Katastrophenhilfszug aus Waidhofen an der Thaya zur Unterstützung angefordert. "Die Leute hier sind verzweifelt", berichtete Bezirksfeuerwehrkommandant Werner Loidolt der APA von der Stimmung in Mold - der Ort erlebte heuer bereits die dritte Überschwemmung. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser. Aus dem Waldviertel wurden 100.000 Sandsäcke und 200 Meter mobile Hochwasserschutzelemente angefordert. Im Bezirk Krems wurden entlang des Kamp so genannte Bannwachen zur Kontrolle der Wasserstände aktiviert.

Obwohl die Regenfälle im Lauf des Tages nachließen, wurde das Weinviertel zum Hotspot: Die Pulkau trat über die Ufer. Für Zellerndorf, wo 90 Häuser unter Wasser standen, wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Das Hochwasser erreichte in der Folge auch Hadres. 101 Objekte wurden überflutet, berichtete NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger am Abend. In Wullersdorf bereitete man 24.000 Sandsäcke vor, um sich den Ort zu schützen. "Land unter" hieß es weiters in Stetteldorf (Bezirk Korneuburg), wo der Schmida das Bachbett zu eng wurde. Ein Hubschrauber des Innenministeriums führte Erkundungsflüge durch, um zu kontrollieren, ob die Dämme halten würden. (apa/red)