Kastration bei Katzen von

Jetzt ist die Katze ohne Sack

Welche Vorteile der Eingriff für die Tiere hat und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist

Kastration bei Katzen - Jetzt ist die Katze ohne Sack © Bild: Corbis

Nicht immer ist es so leicht, einem Problem mit einem Schnipp ein Schnippchen zu schlagen: Die Kastration macht Katzen und ihren Besitzern das Leben erheblich leichter. Denn sie verhindert nicht nur, dass sich die Tiere ungehemmt fortpflanzen, sondern beugt auch unangenehmen Verhaltensweisen vor.

Abgesehen davon – in Österreich gibt es eine allgemeine Katzenkastrationspflicht, die seit 2005 im Tierschutzgesetz festgeschrieben ist. Davon ausgenommen sind nur Katzen, die zur Zucht zugelassen sind und reine Wohnungskatzen, die keinen Zugang ins Freie haben.
Selbst Landwirte müssen ihre Katzen kastrieren lassen – nicht aber herrenlose Tiere, die sich am Bauernhof herumtreiben. Freiwillige Kastrationsaktionen bieten aber die Möglichkeit, diese Streunertiere ohne Kosten kastrieren zu lassen. Unerwünschten Nachwuchs einfach zu töten – wie es leider oft traurige Realität ist – verstößt freilich gegen das Tierschutzgesetz und ist strafbar.

Was passiert bei der Kastration?
Bei dem Eingriff werden den Tieren die Hormondrüsen entfernt: bei der Katze die Eierstöcke und beim Kater die Hoden. Am besten geschieht dies noch vor oder mit Eintritt der Geschlechtsreife. Bei der Katze ist das zwischen dem fünften und siebenten Monat, beim Kater ab dem fünften Monat. „Der Zeitpunkt sollte aber individuell vom Tier, das heißt von der Rasse und dem Verhalten abhängig gemacht werden“, sagt Tierärztin Eva Berger von der Tierklinik Döbling.

Während der Eingriff beim Kater in der Regel unkompliziert ist und die Wunde auch meist nicht genäht wird, ist bei der Katze ein Bauchhöhlenschnitt erforderlich. Die Nähte werden zehn Tage nach der OP entfernt. In dieser Zeit muss man penibel darauf achten, dass sich das Tier nicht die Wunde leckt, weil sie sich dann infizieren kann. Ein Trichter vom Tierarzt verhindert diese Unannehmlichkeit.

Welche Vorteile bringt Kastrieren?
Der erste Vorteil liegt auf der Hand: Kastrierte Tiere können sich nicht unkontrolliert fortpflanzen. „Eine Kätzin kann pro Jahr zwischen zwei­ und viermal aufnehmen“, weiß Berger. Bei durchschnittlich vier bis sechs Kitten pro Wurf wird die Nachkommenschaft schnell unübersichtlich groß – schließlich können sich die Katzenjungen schon nach wenigen Monaten selbst wieder fortpflanzen.

Aber es gibt noch weitere Gründe für die Kastration: „Sowohl männliche als auch weibliche Kastraten haben ein entspannteres Leben“, so die Expertin. Katzen werden mit Eintritt der Geschlechtsreife rollig. Wird das Tier nicht gedeckt, kann das zu einem Dauerzustand werden. Das ist
belastend für die Tiere und kann zu starker Abmagerung oder sogar Zystenbildungen an den Eierstöcken führen.

Auch für Kater gestaltet sich das hormonfreie Leben viel weniger stressig. Sowohl ihre Aggressionsbereitschaft als auch ihr Territorial­ und Revierverteidigungsverhalten sind nach dem Eingriff deutlich weniger ausgeprägt. Darüber hinaus werden die Samtpfoten häuslicher und ruhiger, da sie nicht mehr konstant auf der Suche nach einem Fortpflanzungspartner sind. Nicht zuletzt hört auch der extrem unangenehme Markierungstrieb auf.

Wichtige Informationen zur Kastration

Der richtige Zeitpunkt : Am besten vor oder mit Eintritt der Geschlechtsreife. Dennoch sollte man den Eingriff stets individuell auf die Tiere abstimmen.

Vorbereitung: Gesundheitscheck beim Tierarzt. Vor der OP müssen die Tiere sechs bis acht Stunden nüchtern sein und dürfen drei Stunden vorher nicht trinken.

Nach der OP: Die Tiere müssen warm gehalten werden. Sie brauchen Ruhe, um sich vom Eingriff und der Narkose zu erholen.

Rekonvaleszenz: Ist vor allem davon abhängig, wie die Wunde heilt. Katzen, die an der Wunde lecken (Infektionsgefahr!), brauchen einen Trichter. Freigänger sollten die ersten Tage nach dem Eingriff zur Sicherheit drinnen gehalten werden.

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