Kasachstan weist Einflussnahme zurück:
"Falschinformationen" von Ex-Botschafter

Der in Ungnade gefallene Aliyev soll dahinterstecken

Der kasachische Botschafter in Österreich, Yerzhan Kh. Kazykhanov, hat Medienberichte über eine Verflechtung zwischen österreichischen Abgeordneten und dem kasachischen Geheimdienst als falsch zurückgewiesen. Diese Berichte seien "absolut falsch", sagte Kazykhanov. Die kasachische Botschaft vermutet, dass die "Falschinformationen" vom ehemaligen Botschafter in Österreich, Rakhat Aliyev (Alijew), stammen. Der in seiner Heimat in Ungnade gefallene Ex-Schwiegersohn von Staatspräsident Nursultan Nasarbajew wurde dort in Abwesenheit zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Eine Anfrage von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky vom November 2008 brachte den Abgeordneten laut Medienberichten in den Verdacht, Informationen des kasachischen Geheimdienstes verwendet zu haben. Vilimsky dementiert das und weist auch Verdächtigungen zurück.

Die Beziehungen zwischen Österreich und Kasachstan hätten sich in den vergangenen Jahren stets auf offizieller Ebene abgespielt, so Kazykhanov. Kasachstan habe in den beiden vergangenen Jahren alle Informationen geliefert, die die österreichische Justiz zur Aufklärung strafrechtlicher Verdachtsmomente einer mutmaßlichen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und österreichischen Politikern oder Behörden gebraucht habe.

"Falschinformationen" von der "anderen Seite"
Gefragt, warum sich Medienberichte über mutmaßliche Einflussversuche Kasachstans auf Vertreter Österreichs in den vergangenen Monaten häuften, meinte der kasachischen Botschafter, diese gebündelten "Falschinformationen" könnten von der "anderen Seite" kommen, hinter der Aliyev stünde. Dieser wolle kommunizieren, dass er ein "armer Mann" sei, obwohl er ein "Krimineller" sei, so Kazykhanov. Eine größere oppositionelle Gruppe wird aber nicht hinter Aliyev vermutet. Die kasachische Botschaft geht davon aus, dass er sich in Österreich aufhält.

Um dieser Gerüchteküche Einhalt zu gebieten, will sich Kazykhanov in einem Brief an Medienredaktionen wenden. Ebenso sei er bereit, Journalisten zu empfangen, um die "fälschlichen" Medienberichte aus kasachischer Sicht aufzuklären.

(apa/red)