Ex-Sturm-Präsident von

Hannes Kartnig: Urteil aufgehoben

OGH reduziert Strafmaß der ersten Instanz deutlich auf 15 Monate unbedingt

Prozess gegen Hannes Kartnig © Bild: GEPA/Oberländer

Bei der Berufungsverhandlung am Mittwoch am Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien ist die Strafe für Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig reduziert worden, ein Teil des Verfahrens muss aber wiederholt werden. Die unbedingte Haft für Kartnig wurde von fünf Jahren auf 15 Monate, die Geldstrafe von 6,6 auf 5,5 Millionen Euro herabgesetzt.

Die Schuldsprüche wurden in Kartnigs Fall durchwegs bestätigt, die Strafe aber herabgesetzt. In erster Linie wegen der langen Verfahrensdauer, was auch bei drei weiteren Angeklagten zu verminderten Strafen geführt hat. Aufgehoben wurde allerdings auch der Freispruch wegen schweren Betrugs im Falle der Zahlungen an den steirischen Fußballverband und die Bundesliga. Weil Kartnig und der Klubsekretär falsche Angaben über die Einnahmen bei den Spielen gemacht haben sollen, müssen sie sich erneut in Graz vor Gericht verantworten, die Strafen könnten sich dadurch wieder erhöhen.

Finanzstrafverfahren muss teilweise wiederholt werden

Ebenfalls wiederholt werden muss ein Teil des Finanzstrafverfahrens, was teilweise Kartnig, in erster Linie aber den früheren Vizepräsidenten, den Buchhalter und ein weiteres Mitglied des ehemaligen Vorstandes betrifft. Erst wenn dieses zweite - allerdings wesentlich weniger aufwendige Verfahren im Fall des SK Sturm - beendet ist, stehen die endgültigen Strafen fest.

Die Strafen des Pensionsversicherers des Vereins und des ehemaligen Sportdirektors Heinz Schilcher (Geldstrafe von 1,9 Millionen Euro) bleiben, zwei weitere wurden auch bestätigt, könnten aber durch die teilweise Neuverhandlung noch hinaufgesetzt werden.

Keine Erklärung von Kartnig selbst

Hannes Kartnig war auch von der Berufungsverhandlung ziemlich mitgenommen, wenn auch etwas entspannter wirkte als in der Früh. Er wollte aber nach dem Urteil keine Erklärung abgeben, sondern verwies auf seine Anwälte. Im ersten Urteil hatte es noch geheißen, dass eine Fußfessel für Kartnig nicht in Frage käme, der OGH nahm darauf keinen Bezug.

Kommentare

Fußfessel und das wars. Und wir Österreicher dachten 8 Jahre lang, dass es irgendwann Gerechtigkeit gibt. Manche können sich so alles erlauben.

Oliver-Berg

Einfach nachgerechnet.

In Österreich gibt es bei Kartnig bei hinterzogenen Steuern von ca. 2,5 Mio eine Geldstrafe von 5,5 Mio und 15 Monate unbedingt.

In Bayern bekommt Uli Hoeneß für 28 Mio hinterzogene Steuern eine Geldstrafe von 55 Mio EUR und muss für 3,5 Jahre unbedingt in den Knast. Haben sich die Richter da abgestimmt?

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