Karl will Studierenden ins Börsel greifen:
Studiengebühr von 800 Euro pro Semester?

Wissenschaftsministerin verlangt mehr Geld für Unis Hochschulen nur mit Studiengebühren finanzieren?

Karl will Studierenden ins Börsel greifen:
Studiengebühr von 800 Euro pro Semester? © Bild: APA/TECHT

In den vergangenen Monaten hat Wissenschaftsministerin Karl die Universitäten angesichts der Budgetkonsolidierung auf eine Stagnation ihrer Budgets ab 2013 vorbereitet. Nun will sie offenbar für mehr Geld kämpfen und meldet einen zusätzlichen Finanzbedarf von mindestens 250 Mio. Euro pro Jahr ab 2013 an, andernfalls müssten Unis geschlossen oder Professoren entlassen werden. Auch die Wiedereinführung von Studiengebühren steht zur Bekämpfung des Budgetlochs im Raum.

Der von Karl genannte Finanzbedarf würde bei den jeweils drei Jahre geltenden Leistungsvereinbarungen zwischen Unis und Bund in Summe 750 Mio. Euro für die Jahre 2013 bis 2015 bedeuten - oder rund elf Prozent mehr als in der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode 2010 bis 2012. In der derzeit laufenden Leistungsvereinbarungsperiode erhalten die Unis rund 6,51 Mrd. Euro - das ist laut Daten des Ministerium ein Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber der vorangegangenen Periode 2007-2009, die wiederum einen Zuwachs von rund zwölf Prozent gegenüber 2004 bis 2006 eingebracht hatte.

Studiengebühren von 800 Euro?
Der von Karl angemeldete Finanzbedarf übersteigt übrigens deutlich jene Einnahmen, welche die Universitäten durch Studiengebühren lukrieren konnten, bevor diese de facto abgeschafft wurden. Als Kompensation für die Streichung der Gebühren erhielten die Unis 150 Mio. Euro pro Jahr. Sollte also der Finanzbedarf von 250 Mio. Euro vollständig durch Studiengebühren abgedeckt werden, müssten diese wohl deutlich höher sein als die bisherigen 363,36 Euro pro Semester.

Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) geht nach einer ersten Überschlagsrechnung davon aus, dass jede(r) Student(in) demnach ungefähr 800 Euro im Semester zahlen müsste.
"Das würde eine finanzielle Katastrophe für Studierende bedeuten. Schon jetzt müssen 60 Prozent der Studierenden arbeiten, die meisten davon, um sich ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können", kritisiert VSStÖ-Bundesvorsitzende Stefanie Grubich in einer Aussendung.

"Njet" der SPÖ
Vom Koalitionspartner der ÖVP werden Studiengebühren klar abgelehnt. Für SPÖ-Klubobmann Cap werden Studiengebühren "mit der SPÖ nicht wieder eingeführt". Österreich habe ohnehin zu wenige Akademiker. Das Bildungssystem sei "noch immer sozial zu selektiv", Studiengebühren würden die Situation verschärfen.

(apa/red)

Kommentare

melden

an den meisten unis der welt werden gebühren verlangt und wesentlich höhere dazu ich verstehe diesen ganzen streit nicht. in vielen anderen ländern zahlen studenten studiengebühren und nur bei uns ist das ein ding der unmöglichkeit. das bildung geld braucht wird doch wohl jedem eingehen und ich finde dass dafür nicht nur der steuerzahler aufkommen soll. die studierenden haben ihr ganzes leben etwas vom studium und dafür sollen auch sie ihren beitrag zahlen.allerdings müsste man sich eine gute lösung einfallen lassen so wie es auch in anderen europäischen ländern läuft dass auch leute die sich die gebühren nicht leisten können die möglichkeit haben zu studieren (zb staatlich geförderte plätze, ratenzahlung, abzahlung nach dem studium in raten oder leistungsorientierte rückzahlungen der gebühren..)das alles funktioniert in anderen ländern warum nicht bei uns?

melden

Re: an den meisten unis der welt Du vergisst dabei, dass es sich bei den internationalen Unis, die du meinst, meist um Privatunis handelt, bei denen jedem Studenten eine maximale Individualiltät seines Studiums gewährleistet werden kann.

Die Uni Wien beispielsweise ist eine öffentliche Universität. Die Lehrkörper sind immens knapp, ich selbst hatte in meiner Studienzeit für gewisse Lehrveranstaltungen bis zu 2 Semester (!!) Wartezeit, bis ich meinen Kurs besuchen konnte...

Publizistikstudenten (hat mich zwar nicht betroffen) an der Uni Wien warten bis zu zwei Jahre nach Abgabe ihrer Diplomarbeit auf ihre Note, weil dort bis zu 500 Studierende auf einen Professor kommen.

Wenn man sich außer dem noch das äußerst dürftige Angebot von Kursen vor Augen führt, sind Gebühren alles andere als gerechtfertigt...

melden

@ 1110_wien ach ja wenn ich da so an unser nachbarland Deutschland denke dann muß ich dich leider korregieren. dort zahlt man nämlich an öffentlich unis über 500 euro pro semester und dort wird sicherlich keine maximale individualität geboten. und klarerweise ist es kein wunder dass die wartezeit auf irgendwelche praktika etc lang sind weil wenn den unis das geld fehlt dann können sie auch nicht noch mehr professoren einstellen

melden

Re: an den meisten unis der welt werden gebühren verlangt Das ist ein Argument (obwohl ich mich mit dem deutschen System nicht auskenne), jedoch kann man klar sehen, speziell im Fall von Deutschland, wozu das führt. Die meisten deutschen Studenten laufen eh bei uns rum und führen sich auf wie die Könige, und schaffen gleichzeitig nicht mal den Numerus Klausus bei ihnen zu Hause!

Außerdem kann man nicht erwarten, dass die Studierenden ihre Uni finanziell erhalten! Man kann ja genausowenig von einem Lehrling erwarten, dass er seine Firma bezahlt, damit sie ihn ausbildet.

Der Staat hat genug Geld, um unsere Unis auf Vordermann zu bringen... Nur wird dieses lieber für Eurofighter, Skylink und Hypo ausgegeben. Zumindest der Teil, der noch übrig bleibt, nach dem verschiedene Beträge auf dubiosen Wegen in dubiosten Taschen landen...

Die Karl is a Oststeirerin die tut, was ihr die ÖVP-Granden sagen, aus lauter Dankbarkeit dafür dass sie hat Ministerin werden dürfen ...
Sie denkt auch nicht nach, was sie für einen Schaden anrichtet. Mit Gottes Hilfe wird\'s schon gehen. Der Alte KReisky hat wenigstens die andersdenkenden leben lassen, die ÖVP kennt keine Gnade!

melden

Bildung für billige Energie opfern Der Wahnsinn greift immer mehr um sich. Die ewig gestrigen Fossilen glauben noch immer, alles hängt von billiger fossiler Energie ab. Völlig unzureichende Besteuerung für fossile Energie.

Deswegen haben wir ein Steuersystem zum Menschensparen, eben extrem hohe Abgaben auf menschliche Arbeit.

Deswegen wird jetzt die Bildung stranguliert mit absurden 800.-EUR pro Semester.

Es ist ein Selbstvernichtungstrip einer Gesellschaft, die nicht kapiert, daß Wirtschaftswachstum längst nichts mehr mit billiger fossiler Energie zu tun hat.

http://politik.pege.org/2009-fehler/

melden

Re: Bildung für billige Energie opfern Sie haben schon Recht, Energie sollte höher als menschliche Arbeitskraft besteuert werden. Es geht aber bei den Studiengebühren mehr um die vielen Studenten, die ohne ernsthaften Hintergrund (Fertigstudieren, Berufseintritt) Studienplätze besetzen, die von anderen besser genützt werden können. Daher sollten Studiengebühren an Studenten, die das Studium in angemessener Zeit (+ 2 Sem)abschließen, refundiert werden. Damit zahlen Langzeitstudenten und solche, die nicht fähig oder willens sind, den notwendigen Beitrag. Das nennt man dann Wettbewerb.

melden

Mehr Kaufkraft Bei einem Umbau des Steuersystems wird durch die Umverteilung des Steueraufkommens von menschliche Arbeit auf Ressourcenverbrauch ja auch die Kaufkraft gesteigert.

http://politik.pege.org/2009-steuerreform/

melden

Re: Bildung für billige Energie opfern Wenn Energie sehr hoch besteuert werden sollte , dann trifft
das nicht nur die Wirtschaft sondern auch den Staat...
Wo lebt Ihr eigentlich?????
Dienstleistung ok, aber wenn einem Facharbeiter nicht
mehr bezahlt wird bzw. dieser Berufszweig nicht aufgewertet wird, dann gibt es nur mehr Akademiker und
wer bäckt dann eure Brötchen, wer erntet eure Gemüse,
wer schlachtet eure Tiere (Fleisch ) oder wollt Ihr von Akten, Papier usw. leben ??????????
Bildung ist SUPER, aber langsam verhungert bei vielen das Gehirn, sie sind dümmer als die Tiere.........

melden

Gedankengut des 19. Jahrhunderts Damals brauchten die neuen Industrien billige Energie.

Doch die Grundlage aller Industrien des 21. Jahrhunderts ist:

"Wir brauchen weniger Energie für die selbe Aufgabe"

Daher benötigen die neuen Industrien des 21. Jahrhunderts auch ein Steuersystem, welches auf den Verbrauch von Ressourcen beruht um möglichst schnell die veralteten Produkte vom Markt zu verdrängen.

Seite 1 von 1