Karl-Heinz Grasser von

Kritik an Dorotheum-Privatisierung

Rechnungshof zerpflückt den Verkauf aus dem Jahr 2001

Karl-Heinz Grasser - Kritik an Dorotheum-Privatisierung © Bild: APA/Neubauer

Hat Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser das Dorotheum zu billig privatisiert? Der Rechnungshof übt jedenfalls massive Kritik an dem Vorgang im Jahr 2001. Der Verkauf des Dorotheums sei "zu einem wirtschaftlich ungünstigen Zeitpunkt" erfolgt, an dem das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit laut Jahresabschluss seinen Tiefpunkt erreicht hatte.

Der Verkauf an "OneTwoSold", hinter der der Kärntner Unternehmer Erwin Soravia und der Medienunternehmer Christoph Dichand ("Kronen"-Zeitung) stehen, war für den Staat kein gutes Geschäft: Der Verkaufserlös des Bundes lag mit 70,57 Mio. Euro "um rund 10 bis 20 Mio. Euro unter der Verkaufspreisempfehlung seitens der Investmentbank", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Der Rechnungshof kritisiert auch die Kosten des Verkaufsprozesses: Mit 3,03 Mio. Euro, davon 1,95 Mio. Euro für die begleitende Investmentbank, war die Dorotheum-Privatisierung - gemessen an anderen Privatisierungen der ÖIAG - "sehr kostenintensiv", heißt es im Bericht. Kritisiert wird unter anderem ein hohes Beratungshonorar an die Investmentbank sowie "entbehrliche" Prämien für die beiden Geschäftsführer des Dorotheums in Höhe von 320.000 Euro.

Korruptionsvorwürfe
Durch einen von der ÖIAG gewährten Steuervorteil für den Käufer sei das Gesamtergebnis für den Bund auf 50,64 Millionen Euro gesunken, so der Rechnungshof. Vorstandsvorsitzender der ÖIAG rund um die Privatisierung war Ex-ÖVP Wirtschaftsminister Ditz.

Im Zuge der Korruptionsvorwürfe gegen Grasser bei der Buwog-Privatisierung tauchten auch Korruptionsvorwürfe bei der Dorotheums-Privatisierung im Jahr 2004 auf. Finanzminister Grasser hat alle Vorwürfe immer entschieden zurückgewiesen. Die Rechnungshofprüfung wurde auf Antrag der Grünen durchgeführt.

ÖIAG weist Kritik zurück
Die Österreichische Industrieholding (ÖIAG) weist die Kritikpunkte des heute veröffentlichten Rechnungshofberichtes über die im Jahr 2001 erfolgte Privatisierung des Dorotheums entschieden zurück. Der vor über 11 Jahren erfolgte Privatisierungsprozess verlief ihrer Meinung nach professionell, ordnungsgemäß und stand im Einklang mit den EU-Privatisierungsrichtlinien.

Anders sieht das die Grünen-Abgeordnete Moser. "Die Verschleuderung von öffentlichem Eigentum durch den Verkauf des Dorotheums auf Anordnung von Grassser und Schüssel ist jetzt durch den Rechnungshof akribisch und deutlich dokumentiert. Die politische Verantwortung klärt der Untersuchungsausschuss", stellte die Vorsitzende des U-Ausschusses fest.

Kommentare

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testlauf für buwog die doro privatisierung war testlauf für die buwog action.

13 september apa-abendmeldung: OTS zieht sich aus bieterrennen zurück (belibt nur noch rlb.oö konsortium, die sich mit 970 mio ats als bestbieter in sicherheit glaubt).
leider haben die könig ludwig mannen den "informellen informationsfluss der OTS" über generaldirektion k. & abteilungsleiter w. nicht gekannt.
somit war das spiel für OTS immer auf der winner linie - infos über erforderliche nachbesserung des anbotes jederzeit "griffbereit" - das muster ist deto wie bei der buwog.

es gewinnt der "informierte" bieter -

die entscheidende informationsquelle wird zum "dankeschön" zum aufsichtsratpräsident mit vielen zuckerln...

die herren von der hohenbergstrasse in der meidlinger kaserne haben akuten handlungsbedarf !!!

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Re: testlauf für buwog In Meidling ist die Polizei zu Hause. Bitte sich zu überlegen was geschrieben wid.
Observer sind bei der Polizei NICHT gefragt das machen Sie selber.

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Re: testlauf für buwog ja, aber die korruptionsstaatsanwaltschaft hat dort ihre vernehmungs dependance.

lustig zugleich & tragisch wie nahe jäger & gejagter nebeneinander - einen stock höher die residiert die firma "tetron" - )

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