Karl-Heinz Grasser von

Anklage im Fall KHG

Strafantrag gegen Liechtensteiner Anwalt wegen Urkundenunterdrückung eingebracht

Karl-Heinz Grasser - Anklage im Fall KHG © Bild: Reuters

Ein Liechtensteiner Rechtsanwalt muss sich in der Buwog-Grasser-Affäre wegen Urkundenunterdrückung vor Gericht verantworten. Der Mann soll aus dem Fürstlichen Landgericht Mitte November 2011 heimlich Akten mitgenommen haben. Gegen ihn wurde Strafantrag eingebracht, informierte die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft in einer Aussendung. Ein Verfahren wegen des Verdachts der Urkundenfälschung sei dagegen eingestellt worden. "Dieser Tatverdacht konnte durch die Vorerhebungen nicht erhärtet werden", hieß es.

Dem Anwalt wird zur Last gelegt, bei einer Akteneinsicht am 19. November vergangenen Jahres ohne Wissen und Zustimmung des zuständigen Richters Urkunden einem Gerichtsakt entnommen zu haben. Erst am 28. November gab der Beschuldigte die Akten dem Gericht zurück. Laut der Staatsanwaltschaft ist gegen den Strafantrag kein Rechtsmittel zulässig. Verhandelt wird der Fall vor einem Einzelrichter.

Affäre beschäftigte sogar Regierung
Die Aktenentnahme durch den stellvertretenden Parlamentarier der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) hatte Ende vergangenen Jahres sogar die Liechtensteiner Regierung beschäftigt, die eine rasche Aufklärung des Falles verlangte. Der Beschuldigte arbeitet für die Anwaltskanzlei Marxer & Partner und ist auch Stiftungsrat bei einer Grasser-Stiftung. Die Kanzlei wies im Dezember 2011 jede Schuld ihres Partners von sich.

Der Fall schlug in Zusammenhang mit der österreichischen Buwog-Affäre hohe Wellen. Die Behörden in Österreich vermuten, dass es zu illegalen Absprachen und Provisionszahlungen kam, wobei Gelder in Liechtenstein und in der Schweiz deponiert worden sein könnten. In die Affäre verwickelt ist auch der frühere österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Kanzlei: "Grob sachwidrig"
Für die Kanzlei des betreffenden Liechtensteiner Rechtsanwalts ist der Strafantrag der Liechtensteiner Staatsanwaltschaft "nicht nachvollziehbar" und "grob sachwidrig". "Wir gehen davon aus, dass dieses Verfahren mit einem Freispruch enden wird", erklärte die Kanzlei Marxer & Partner Rechtsanwälte in einer Aussendung.

Kommentare

strizzi49 melden

Fall KHG Was bitteschön, hat das mit dem Grasser zu tun? Nur weil es einer seiner Anwälte war oder ist ?
Haben wir nun schon die Sippenhaftung ? In der ganzen Anklage kommt der KHG NICHT vor !!!

Wieso also "Anklage im Fall KHG" ???

Was bekommt NEWS eigentlich dafür, dass es den KHG immer wieder mit skurrilen Tatbeständen, die dann garnicht stimmen, in die Schlagzeilen bringt ?

Ihr gleitet schön langsam ab zum Revolverjournalismus !!!

melden

Re: Fall KHG ok, die Überschrift ist unglücklich gewählt, aber so skurril ist die Sache dann auch wieder nicht, denn Sie übersehen die Kleinigkeit, dass die österreichische STA in der Causa Grasser Einsicht in diese Akten nehmen wollte und diese nicht auffindbar waren, weil sie von einem Anwalt Grassers entwendet wurden. Ob sie für die Ermittlungen relevant sind oder nicht, werden wir wohl so schnell nicht erfahren, aber es hat zumindest aus österreichischer Sicht schon etwas mit Grasser zu tun.

Keine Urkundenfälschung Kein Wunder, dass man das nicht nachweisen konnte. Wenn einem die Originalunterlagen "geklaut" werden, weiß man doch nachher nicht mehr, ob man nun das "Original" oder einen anderen Zettel zurückbekommen hat. Bei Beschlagnahmen werden ja die Unterlagen nur bezüglich des Umfangs beschrieben, ohne auf den Inhalt einzugehen. Jedenfalls sind die Liechtensteiner schneller als unsere Behörden. Da sieht man, was es ausmacht, wenn politisch "Druck" gemacht wird. Es stimmt mich schon nachdenklich, dass ein Liechtensteiner Berater sich so weit "aus dem Fenster lehnt" um für KHG die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Da muss schon etwas dahinter stecken?

stabilis melden

Was soll der billige Journalismus? Euer Beitrag schaut so aus wie "Grasser endlich angeklagt" - aber das ist nicht der Fall!

Ganz ehrlich NEWS, bei aller Antipathie dem KHG gegenüber, aber was ihr macht ist miese Hetze und unfaire Berichterstattung. Unglaublich eigentlich, Grasser ist bis heute nicht verurteilt etc. und ihr stempelt den ab ohne Ende!

melden

Re: Was soll der billige Journalismus? Nicht nur dazu, auch was Außenpolitik betrifft wird hier unglaublich scheinheilig und mit sehr perverser Doppelmoral berichtet. Deswegen kann ich es nur wiederholen: Wer an ernsthaften Informationen interessiert ist, der ist hier einfach falsch. Wer hingegen an reisserischen und einseitigen Artikeln sich aufgeilen will ist ist hier genau richtig.

War doch eh klar, dass da gehörig Dreck am Stecken ist. Auf der ganzen "Grasser-Linie".Es wird auch langsam Zeit, dass hier im Fall Grasser und "Symphatisanten" (Anwalt etc.), endlich was unternommen wird.

Seite 1 von 1