Karl rückt nicht mehr Geld für Unis heraus:
Ministerin setzt unsere Hochschulen auf Diät

Unis zu Kooperationen & Studiengebühren aufgerufen Rückkehr von Universitätenkonferenz & ÖH angepeilt

Karl rückt nicht mehr Geld für Unis heraus:
Ministerin setzt unsere Hochschulen auf Diät © Bild: APA/Hochmuth

Nach der Ankündigung von Einsparungen bei den Universitäten, hat Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ihre Pläne verteidigt. Man würde die Unis frühzeitig darüber informieren, "dass es ab 2013 keine Budgetsteigerung geben könnte". Karl forderte von den Hochschulen effizienten Mitteleinsatz und mehr Kooperationen mit der Wirtschaft. Außerdem plädierte sie erneut für Studiengebühren.

In die bis 2012 laufenden Leistungsvereinbarungen (LV) mit den Universitäten und das Budget des Wissenschaftsfonds FWF wird trotz der anstehenden Budgetkürzungen im Wissenschaftsbereich nicht eingegriffen, stellte die Ministerin vor Journalisten klar. Man gaukle den Unis aber schon jetzt nicht vor, dass es "ab 2013 den Geldregen geben wird": Ob es auch zu einem Stopp von Bauvorhaben kommt, ist nicht klar.

Die Universitäten müssten nun überlegen, ob alle Mittel auch effizient eingesetzt würden. Gleichzeitig rief sie die Hochschulen zu Kooperationen untereinander und mit der Wirtschaft sowie zur gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur auf. "Bindend" ist für Karl das Ziel der Erhöhung der Ausgaben für den Hochschulsektor auf zwei Prozent des BIP, wobei der Anteil privater Aufwendungen mit 0,1 Prozent des BIP ausbaufähig sei. Die Einführung von Studiengebühren befürwortete Karl in diesem Zusammenhang erneut grundsätzlich - dafür sei aber im Parlament keine Mehrheit sichtbar.

Wissenschaftsministerin Karl wünscht sich zudem eine Rückkehr von Rektoren und Studentenvertretern in den Hochschuldialog. Es sei "bedauerlich", dass Universitätenkonferenz (uniko) und Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) aus dem Dialog ausgestiegen seien, so Karl, die aber dennoch am Zeitplan festhält, der einen Abschlussbericht zum Dialog für 30. Juni vorsieht. Eine Zwischenbericht ohne Empfehlungen passierte am Dienstag den Minsterrat. uniko-Vorsitzender Sünkel nannte die Sparpläne im Uni-Bereich für die Zukunft "schlicht und ergreifend furchtbar". Er habe den "Eindruck, dass die gesamte Regierung mit dem Rücken zur Zukunft steht".
(apa/red)