Karina Sarkissova von

"Ich habe keine Tabus"

"Mir ist nichts peinlich. Schon gar nicht mein orgiastischer Sex", erklärt die Ballerina.

Karina Sarkissova © Bild: Roman Zach-Kiesling/NEWS

Ein pädagogisches Werk sollte das werden, tunlichst mit hohem Nachahmungsfaktor für die orientierungsarme Jugend: die Dokumentation eines auch schon wieder 28 Jahre währenden, makellosen Künstlerlebens zwischen Aktfotos im Fachperiodikum "Penthouse" und "Die große Chance" (derzeit wieder im ORF). Und jetzt lachen alle: Die demnächst deaktivierte Ballettkünstlerin Karina Sarkissova, 28, hatte sich vertrauensvoll dem steirischen Dichterfürsten Eric Sebach geöffnet. Das Resultat ("Auf spitzen Sohlen") erscheint zwar erst zu Monatsende im Primgeiger-Verlag, doch die bundesweite Heiterkeit setzte schon ein, als NEWS in der Vorwoche erste Auszüge der Sarkissova-Biografie publizierte. Hinterhältig hatte Sebach die Werbemaßnahmen auf Seite 66 seines Werks konzentriert und die restlichen 143 vernachlässigt: Frau Sarkissova offenbarte da Gefühle für Männer und Frauen. Jetzt ist sie auf den Dichter böse und erklärt sich in NEWS.

NEWS: Wie peinlich ist Ihnen Ihre Biografie jetzt?

Karina Sarkissova: Mir ist nichts im Leben peinlich. Aber nicht, weil ich kein Gefühl für Peinlichkeiten habe, sondern weil ich mich für nichts, was ich im Leben gemacht habe, schämen muss. Ich habe nicht alle Regeln befolgt, aber ich stehe zu dem, was ich mache. Ist es peinlich, schwul, lesbisch oder bisexuell zu sein? Ist es peinlich, Frauen anziehend zu finden? Nein. Ich stehe dazu und auch dazu, dass ich gerne orgiastischen Sex habe.

»Ich habe keine Tabus, und ich habe schönen Sex.«

NEWS: Wie wichtig ist Sex?

Sarkissova: Sehr, weil ich ein genusssüchtiger Mensch bin. Ich habe wenig Zeit für die Dinge, die man genießen kann, und umso intensiver und orgiastischer möchte ich diese dann betreiben. Sex ist einer der wichtigsten Bestandteile des Lebens, die Handlungen von Männern drehen sich meistens darum, wie man Frauen erobert. Sogar Kriege wurden deswegen geführt.

NEWS: Was verstehen Sie unter orgiastischem Sex?

Sarkissova: Lassen Sie Ihre Fantasie spielen (lacht perlend) . Ich habe keine Tabus, und ich habe schönen Sex und liebe das. Und ich habe das Glück, immer zu bekommen, was ich will. Aber ich mache keine Pornos nach. Für mich ist Sex ganz einfach wie ein Spiel, und ich finde schöne Menschen und große Persönlichkeiten anziehend. Es geht mir bei Liebe mit Frauen auch nicht um den weiblichen Körper an sich, sondern um das Gesamtpaket, das mir geboten wird.

NEWS: Ihr Buchautor sagt, Sie seien selbstverliebt.

Sarkissova: Was den Autor meiner Biografie betrifft möchte ich klarstellen, dass ich es traurig finde, dass er aus dem Buch nur dieses Sex-Thema vermarktet. Das ist billig. Und wenn er sagt, dass ich selbstverliebt bin, dann hat er wohl Recht. Aber es geht hier nicht um Egoismus. In der Welt des Theaters geht man mit dem eigenen Körper eben anders um. Ich trainiere täglich bis zu acht Stunden vor dem Spiegel und schaue mich dabei an. Da ist man automatisch ein Narzisst. Ich bin ganz einfach dazu gedrillt worden, mein Aussehen ständig zu kontrollieren.

»Ich bin wie alle Frauen von Hormonen gesteuert.«

NEWS: Finden Sie sich sexy?

Sarkissova: Ich bin dankbar für mein Aussehen. Aber es ist auch harte Arbeit. Ich schätze mich glücklich, damit spielen zu können und mein Aussehen verkaufen zu können. Letztlich bin ich wie alle Frauen hormon- und launegesteuert. Auch der Mond spielt dabei eine Rolle, wenn es darum geht, wie es mir geht. An manchen Tagen fühle ich mich darum toll, aber es gibt auch Momente, wo ich nicht aus dem Haus gehen möchte, weil ich mich unansehnlich fühle.

NEWS: Was sagt Ihre Mutter dazu, dass Sie so offen über jedes Detail Ihres Lebens sprechen?

Sarkissova: Sie kennt mich besser als jeder andere und steht zu mir. Auch sie findet, dass nichts an mir peinlich ist. Aber auch sie ist vom Autor Eric Sebach enttäuscht, der kleinkalibrig Profit aus mir schlagen wollte.

»Mein Herz ist zwar nicht gebrochen, tut aber weh.«

NEWS: Warum haben Sie eigentlich ausgerechnet diesem Mann Ihr ganzes Leben anvertraut?

Sarkissova: Das frage ich mich jetzt auch. Aber ich habe ihm vertraut und war geblendet davon, dass sich erstmals ein Mensch für alles in meinem Leben interessiert hat. Er war eben jemand, der nicht nur ein Nacktbild von mir am Computer gesucht hat, sondern mir tiefgreifende Fragen gestellt hat. Mit ihm war ich für das Buch am Grab meines Vaters und habe dort geweint. Ich dachte, dass ich erstmals Karina zeigen kann, wie sie ist. Doch ich wurde zutiefst enttäuscht. Das Buchprojekt war für mich ein Projekt des Herzens, wo ich alles auf den Tisch legen wollte. Mein Herz ist jetzt zwar nicht gebrochen, aber es tut weh, dass nur mein Sex-Outing von dem gesamten Projekt übrig bleibt. Wenn man das ganze Buch liest, dann versteht man aber auch, warum ich auch über Sexualität spreche. Meine Welt ist eben anders als die des Durchschnittsmenschen.

NEWS: Schadet Ihnen das Outing für Ihre berufliche Zukunft? Sie haben jetzt Ihr Engagement als Jurorin im öffentlichrechtlichen ORF und sind noch ein Jahr Ballerina an der Staatsoper. Auch das ist hochseriös.

Sarkissova: Es schadet nicht, und ich finde auch, dass immer, wenn etwas zu Ende geht, die Chance für einen Neubeginn besteht. Ich will mich weiterentwickeln. An der Oper in Wien habe ich schon fast alle Rollen getanzt, die für mich infrage kommen. Meine Popularität bietet mir viele Möglichkeiten. Meine Filmkarriere ist gut angelaufen, und es gibt Gespräche mit Opernhäusern außerhalb Österreichs. Ich weiß noch nicht, wo es mich hinverschlägt. Wichtig ist mir nur, dass mein Sohn und meine Mutter nicht unter meinem Job leiden.

NEWS: Wie geht Ihr 10-jähriger Sohn mit Ihrem Outing um? Wird er in der Schule gehänselt?

Sarkissova: Gabriels Schulfreunde haben alle meine Fotos schon gesehen. Sex und der Umgang damit ist nichts, wofür man sich schämen soll. Mein Sohn weiß das und kann gut damit umgehen.

Mehr zum Thema lesen Sie im aktuellen NEWS 37/2012!

Kommentare

Ich frage mich, wieso solche selbstgerechten Spiesser wie fluidi oder comsicomsa sich die Zeit nehmen hier ihre landbordell erfahrungen mit den bekenntnissen von frau Sarkissova zu vergleichen.
Das einzig erbärmliche hier sind Eure Kommentare.

fludi melden

aha der "durchschnittsmensch"sehr interessant meint sie damit also alle hackler und nicht opernkriecher?sie´ist also nicht durchschnittlich,gut zu wissen suche schon lange den übermenschen.große persönlichkeiten findet sie anziehend!den geldadel sicher auch,da muß diese russische taube kommen und uns also "aufklären"dort gibts schönere frauen als sie,ausserdem schätzt man sie auf 40+auf ihren fotos...soooo toll ist diese tänzerin nicht in einem landbordell gibts wahrscheinlich hübschere aber hauptsache sie verdient als überdurchschnittliche mehr als wir durchschnittlichen....pfui teufel sowas abgehobenes wem interessieren ihre muschispiele?

ProfessorPreiselbeer melden

Im Gegensatz zu Ihnen ist Fr. Sarkissova nicht so durchschnittlich wie Sie ist, erkennt man alleine daran, das Fr. Sarkissova interviewt wird, un sie nicht!
Ihren selbstgerechten Spiesser Rotz können Sie eben nur als anonymer Poster loswerden. Sie sind der Prototyp der Landbordell Besucher, die sich dann Tags darauf in irgend einem katholischen Kaff über die Moral "der Anderen" empören.
Zum Speiben!

Wenn diese " Dame " sonst keine Sorgen mehr hat, dann wissen wir nun alle endlich, warum Sie in Österreich lebt und eigentlich nicht dort,von wo Sie herstammt !
Dort würde Sie bestimmt jahrelang hinter Gittern landen,wie man jüngst sehen konnte erst vor kurzem, ganz aktuell !
Nur hier bei uns kann man damit jemand werden,sogar Primaballerina einer Wiener Staatsoper und viele himmeln Sie an !
Musste Sie sich dazu nur vorher erst ausziehen auch ?
Erbärmlich, würde ich meinen,wenn Sie nur damit und so Karriere machte,niemand mit nur etwas Niveau interessiert Ihr Intimleben !

diese frau ist total oberflächlich und unnötig !!! wir haben viel wertvollere weibliche geschöpfe mit HIRN.......zählen die gar nichts ???

wenn dann die D-promis anfangen vom ach so erotischen sexleben zu erzählen, stehts meistens um die karriere noch schlechter als gedacht. weil, wenn schon nicht durch leistung, dann wenigstens durch provokation in die medien...arm

Allein schon die Aussage bzw. Frage ob das Outing schadet weil eine Ballerina an der Staatsoper hochseriös ist. Was hat das bitte damit zu tun? Hängt Seriösität von der sexuellen Orientierung ab?? Scheinbar ist Seriösität nur heterosexuellen Menschen vorbehalten!

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