Karfreitag von

Papst zelebriert Kreuzweg

Andacht vor dem Kolosseum in Rom - Familie steht heuer im Zentrum der Feiern

Karfreitag - Papst zelebriert Kreuzweg © Bild: Reuters/Max Rossi

Christen in aller Welt gedenken am Karfreitag der Kreuzigung Jesu vor rund 2.000 Jahren. Papst Benedikt XVI. hat gemeinsam mit tausenden Gläubigen am Karfreitagabend am Kolosseum in Rom den traditionellen Kreuzweg gebetet. Meditationen zu Problemen in Familie und Ehe prägten die Zeremonie am Wahrzeichen Roms.

Benedikt hatte das italienische Ehepaar Danilo und Anna Maria Zanzucchi von der Fokolar-Bewegung gebeten, in diesem Jahr die Betrachtungen zu den einzelnen Stationen auf dem nachgezeichneten Leidensweg Jesu zu verfassen. Die Texte drehten sich um Untreue, Streit, Trennung und Tod. Der Kreuzweg ist einer der bewegenden Höhepunkte der Osterfeiern. An der 14. und letzten Station hielt Benedikt das Kreuz selbst.

Um Leiden und Lasten gemeinsam tragen zu können, bat das Ehepaar in seinen Meditationen stellvertretend um die Hilfe der Gesellschaft, "der wir Familien als lebendiger und formender Teil angehören". Die Fokolar-Bewegung ist eine in Italien gegründete katholische geistliche Gemeinschaft. Unter anderem Familien aus Italien, Burkina Faso und Peru trugen das Kreuz auf den 14 Stationen am Kolosseum.

Papst spricht auch Wirtschaftskrise an
Die Erfahrung von Leid präge auch die Familie, sagte der Papst in seinem Schlusswort. Er verwies auf Unverständnis, auf Sorgen um die Zukunft der Kinder, auf Krankheiten und Entbehrungen verschiedenster Art. "In unserer Zeit ist überdies die Situation vieler Familien erschwert durch die Unsicherheit der Arbeit und durch andere negative Auswirkungen der Wirtschaftskrise", sagte das Kirchenoberhaupt.

Mit der traditionellen Fußwaschung hatte Benedikt am Vorabend die Osterfeierlichkeiten des Vatikans begonnen. Er reinigte bei einem Gottesdienst in der römischen Lateranbasilika zwölf Priestern die Füße, wie laut biblischer Überlieferung Jesus beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern. In seiner Predigt prangerte der Papst den Hochmut als "das eigentliche Wesen der Sünde" an. Die Kollekte dieses Abendmahlgottesdienstes kommt syrischen Flüchtlingen zugute.

Landesweite Alarmstufe in Israel
In Jerusalems Altstadt hatten am Freitag zahlreiche Gläubige bei ihrer traditionellen Prozession durch die Via Dolorosa den Leidensweg Jesu nachempfunden. Jesus wurde nach christlichem Glauben am Karfreitag verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. 14 Stationen auf dem Leidensweg markieren die Stellen, an denen er unter dem Gewicht des schweren Holzkreuzes zusammenbrach. Landesweit rief Israel für die Armee die zweithöchste Alarmstufe aus. Grund ist, dass zeitgleich zu den Osterfeierlichkeiten am Freitagabend das jüdische Pessach-Fest beginnt, das an die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten erinnert.

Erstmals seit mehr als 50 Jahren wird unterdessen in Kuba der Karfreitag als Feiertag begangen. Präsident Raul Castro hatte auf persönliche Bitte von Papst Benedikt XVI. bei dessen Besuch Ende März den Karfreitag zum nationalen Feiertag erklärt. Die Regelung gilt zunächst nur ausnahmsweise. Auf den Philippinen ließen sich auch heuer am Karfreitag mehr als 20 Personen ans Kreuz nageln, um das Leiden von Jesus Christus nachzuerleben. Rund 3.000 Einheimische und Touristen verfolgten die traditionellen Kreuzigungen in einem Dorf nördlich von Manila. Helfer nehmen die Menschen nach einigen Minuten wieder von den Kreuzen ab.

Kreuzigungen auf den Philippinen
Auf den Philippinen ließen sich auch heuer am Karfreitag mehr als 20 Personen ans Kreuz nageln, um das Leiden von Jesus Christus nachzuerleben. Rund 3.000 Einheimische und Touristen verfolgten die traditionellen Kreuzigungen in einem Dorf nördlich von Manila. Helfer nehmen die Menschen nach einigen Minuten wieder von den Kreuzen ab.

Jesus wurde nach christlichem Glauben am Karfreitag verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. 14 Stationen auf dem Leidensweg markieren die Stellen, an denen er unter dem Gewicht des schweren Holzkreuzes zusammenbrach.