Karel Brückner gibt ersten Kader bekannt:
Mit Maierhofer, aber ohne Super-Oldie Vastic

Große Überraschungen wie erwartet ausgeblieben Kapitänsfrage in Ära Brückner bleibt weiter offen

Karel Brückner gibt ersten Kader bekannt:
Mit Maierhofer, aber ohne Super-Oldie Vastic © Bild: AP/Strauss

Die großen Überraschungen sind bei der Nominierung des ersten ÖFB-Kaders von Neo-Teamchef Karel Brückner erwartungsgemäß ausgeblieben. Der Tscheche setzt im Fußball-Testspiel am 20. August in Nizza gegen Weltmeister Italien überwiegend auf die Mitglieder des EM-Kaders. Im Sturm entschied sich der 68-Jährige für Stefan Maierhofer.

Brückner, der die gesamte Pressekonferenz anlässlich der Kaderbekanntgabe im Wiener Hotel Hilton Am Stadtpark in Tschechisch abhielt, betonte bereits zu Beginn, das 19-köpfige Aufgebot sei in enger Absprache mit seinen als "Team-Trainer" bezeichneten Assistenten Jan Kocian und Andreas Herzog zusammengestellt worden. "Das war nicht mein Werk, sondern ein gemeinsames Werk."

"Keine Zeit für Revolutionen"
Aufgrund der geringen Zeitspanne bis zum Auftakt der WM-Quali seien keine Experimente möglich. "Wir haben keine Zeit für Revolutionen. Wir müssen gegen Italien und Frankreich spielen und können nicht durchprobieren. Dieser Meinung sind auch meine Kollegen", sagte der frühere tschechische Teamchef, der den Kader trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Ümit Korkmaz und Jürgen Macho "sehr stark" einschätzt.

Brückner hatte nach eigenen Angaben seit seiner Bestellung zum Teamchef viel zu tun, musste er sich doch so schnell wie möglich vor allem via DVD-Aufzeichnungen über die Qualitäten seiner neuen Schützlinge informieren. Bei seinem Studium traf er auch die Entscheidung, Roland Linz trotz seiner äußerst durchwachsenen EURO-Leistungen eine Chance zu geben. "So einen Spieler brauchen wir. Linz ist für mich ein Stürmer, der im Sechzehner sehr gefährlich ist."

Vastic nicht dabei
Dafür fehlt Österreichs einziger EM-Torschütze Ivica Vastic. Die Tür für eine Rückkehr des 38-Jährigen ist aber offen, betonte Brückner. "Wir haben niemanden ausgeschlossen. Wir haben einen breiten Kader von 50, 60 Spielern." Aus diesem Kicker-Kreis sollen nach den Angaben des Tschechen auch eventuelle Nachnominierungen vorgenommen werden - eine offizielle Abrufliste gibt es nicht. "Das ist eine interne Sache", erklärte Brückner.

Auch über die Frage der künftigen taktischen Formation der ÖFB-Auswahl gab sich Brückner zugeknöpft. Das System werde sich erst ergeben, und außerdem seien die Grenzen zwischen den Formationen im modernen Fußball ohnehin schon sehr verschwommen, sagte der Teamchef und nannte in diesem Zusammenhang den Torabschluss als Beispiel. "Das gibt es schon seit zehn Jahren nicht mehr, dass man den Stürmern den Ball gibt und die schießen ein Tor."

Kapitänsfrage bleibt noch offen
Gegen die defensivstarken Italiener ein Tor zu erzielen, wird ohnehin schwierig genug, selbst wenn die Serie A erst am 31. August beginnt. "Das ist kein Vorteil für uns. Die Italiener sind Weltmeister, es hat keinen Sinn, sie anders zu bewerten. Das Fußball-Latein beherrschen sie von A bis Z." Wer die Österreicher in Nizza aufs Feld führen wird, ist noch offen. "Die Kapitänsfrage werden wir bei unserem ersten Treffen sicher behandeln", versprach Brückner.

Die Spieler treffen einander am Montagvormittag im Wiener Hotel Hilton Danube, das erste Training unter der Leitung von Brückner steigt dann um 16.00 Uhr auf den Trainingsplätzen des Happel-Stadions. Am Dienstagvormittag heben Andreas Ivanschitz und Co. in Richtung Nizza ab, wo um 20.00 Uhr das Abschlusstraining auf dem Programm steht. Anpfiff für das 37. Duell mit den Italienern (13 Siege, 7 Remis, 16 Niederlagen/Torverhältnis 55:45), deren neuer (alter) Teamchef Marcello Lippi den Kader erst am Samstag bekanntgibt, ist Mittwoch um 20.45 Uhr.

(apa/red)