Kapfenberg blamiert Salzburg bis auf die Knochen: Bullen beziehen 2:5-Heimdebakel

Erster Oberhaus-Auswärtssieg der Steirer seit 1966 Salzburg verpasst Klubrekord. Janko trifft doppelt

Kapfenberg blamiert Salzburg bis auf die Knochen: Bullen beziehen 2:5-Heimdebakel © Bild: AP/Schaad

Red Bull Salzburg hat ein sensationelles Heimdebakel kassiert. Die Mozartstädter mussten sich dem Aufsteiger Kapfenberger SV mit 2:5 geschlagen geben, bleiben aber Tabellenführer, da Sturm gegen Rapid nur ein 2:2 erreichte.

Für die Gäste trafen Taboga (34.), Osoinik (41.), Liendl (45., 71./jeweils Elfer) und Zimmerman, auf der Gegenseite blieb Janko immerhin der Trost eines neuerlichen Doppelpacks , womit der Stürmer der bereits bei 27 Liga-Toren in dieser Saison hält. Sein Club verpasste den zwölften Heimsieg in Folge und damit einen neuen Vereins-Rekord, außerdem setzte es nach zehn Partien wieder eine Niederlage. Die Kapfenberger hingegen durften den ersten Auswärtserfolg im Oberhaus seit 27 Spielen oder Frühjahr 1966 (2:1 auf der Hohen Warte gegen die Vienna) bejubeln.

Unmittelbar vor Spielbeginn wurden die Salzburger von Bundesliga-Vorstand Georg Pangl als Herbstchampion geehrt, danach lieferten sie allerdings eine alles andere als meisterliche Vorstellung ab. Die Gastgeber gingen ideen- und leidenschaftslos zu Werke und fanden gegen die taktisch clever agierenden Steirer kein probates Mittel.

Taktisch kluge Gäste
Kapfenberg machte die Räume rund um den Strafraum eng und wurde mit schnellen Gegenstößen immer wieder gefährlich, so etwa in der 10. Minute, als der wiedergenesene Ochs einen Erkinger-Schuss per Faustabwehr parierte. In der 18. Minute fiel ein Kopfball von Kozelsky nach einer Freistoßflanke von Liendl zu schwach aus, vier Minuten später verfehlte ein Weitschuss von Osoinik nur knapp das Ziel.

Die erste Salzburg-Chance ließ bis zur 24. Minute auf sich warten und wurde von Nelisse vergeben - seinen Kopfball wehrte KSV-Goalie Eisl an die Latte. Doch auch danach blieb beim Vizemeister alles im alten Trott, was in der 34. Minute auch erstmals bestraft wurde. Nach einem Eckball landete der Ball bei Taboga, der innerhalb des Strafraums abzog und via Latten-Unterkante traf. Sieben Minuten später erhöhte Osoinik nach schnellem Konter und Zuspiel von Kozelsky sogar auf 2:0 für die Kapfenberger, die vor vier Wochen in Wals-Siezenheim noch 3:7 untergegangen waren.

Torreigen
Nach Vorlage von Nelisse drückte Janko in der 43. Minute zwar den Ball aus kurzer Distanz zum Anschluss-Tor über die Linie, schon zwei Minuten später war aber der alte Abstand wieder hergestellt. Nelisse sprang der Ball nach einem Eckball an die Hand, den dafür verhängten Elfer verwertete Liendl sicher.

Nach der Pause brachte Coach Adriaanse mit Ngwat-Mahop, Vonlanthen und Tchoyi gleich drei neue Offensivkräfte, an der Charakteristik der Partie änderte sich aber nichts. Die Salzburger blieben harmlos und in der Defensive anfällig, wie auch ein unnötiges Elfer-Foul von Meyer an Osoinik bewies. Auch den zweiten Strafstoß schoss Liendl souverän ein (71.). Drei Minuten später folgte durch Zimmerman, der im Zuge eines Konters aus der eigenen Hälfte startete und Ochs umkurvte, der fünfte Kapfenberg-Treffer und damit die Entscheidung. In der 78. Minute durfte Janko vom Elferpunkt noch einmal sein Torkonto aufbessern, zuvor war Tchoyi von Fukal gelegt worden.

(apa/red)