Kapfenberg blamierte Salzburg: Kein
Köpferollen bei "Bullen" nach 2:5-Heimpleite

Trainer Co Adriaanse stellt sich hinter sein Team Gregoritsch: "Sind nicht Schießbude der Nation"

Kapfenberg blamierte Salzburg: Kein
Köpferollen bei "Bullen" nach 2:5-Heimpleite © Bild: AP/Schaad

Zur Tagesordnung will man bei Red Bull Salzburg nach dem 2:5 gegen Aufsteiger Kapfenberg zwar nicht übergehen, ein "Köpferollen" aufgrund des Heimdebakels ist beim Vizemeister aber nicht angesagt. "Personelle Konsequenzen wird es keine geben, denn diese Mannschaft hat in den letzten Runden gezeigt, dass sie es besser kann", betonte Trainer Co Adriaanse nach der ersten Liga-Niederlage in Wals-Siezenheim seit dem 0:7 gegen Rapid im vergangenen März.

"Das ist Fußball, den kann man nicht programmieren, meine Mannschaft ist keine Maschine", sagte der Niederländer und stellte sich hinter seine Kicker. "Die Einstellung war gut, wir haben den Gegner nicht unterschätzt. Die Spieler sind viel gelaufen, vor allem Leitgeb und Pitak, und wir hatten unglaublich viel Ballbesitz. Aber der letzte Pass und die Flanken sind nicht gekommen."

Nach einem Dreifach-Tausch in der Pause agierten die Mozartstädter während der gesamten zweiten Hälfte mit drei Stürmern und drei offensiven Mittelfeldspielern - die Kapfenberger nützten die Räume und erhöhten von 3:1 auf 5:2. "Das ist die Konsequenz meiner Philosophie, dass man ausgekontert werden kann", gab Adriaanse zu.

'Pflichtsieg' verpasst
Der Verlust von drei fix eingeplanten Punkten gegen den Abstiegskandidaten könnte für den Titelfavoriten noch unangenehme Folgen haben, befürchtete der Coach. "Schade, dass wir zu Hause den Sieg liegen gelassen haben, den wir eigentlich bräuchten, um Meister zu werden."

Härter als Adriaanse gingen die Spieler mit sich selbst ins Gericht. "Das war ein Debakel. Die Kapfenberger haben uns eiskalt ausgekontert und aus dem Nichts die Tore gemacht. Von jedem von uns, mich eingeschlossen, war das nichts", kritisierte Janko, der sich immerhin mit einem neuerlichen Doppelpack trösten durfte und bereits bei 27 Saison-Toren in der Liga hält.

Interne Aussprache
Alexander Zickler kündigte eine interne Aussprache im Laufe der kommenden Woche an. "Das war ein klares Zeichen, dass uns nichts geschenkt wird, und ein Denkzettel zum richtigen Zeitpunkt. Das einzige Gute daran ist, dass es am Anfang der Rückrunde passiert ist und nicht wie gegen Rapid gegen Ende der Meisterschaft", sagte der Deutsche. Sein Mannschafts-Kollege Remo Meyer ist seit dem Debakel um eine Erkenntnis reicher. "Man braucht auch in der österreichischen Liga immer 100 Prozent Einstellung."

Die legten diesmal die Kapfenberger an den Tag und wurden dafür mit dem ersten Oberhaus-Auswärtssieg seit 27 Spielen oder seit Frühjahr 1966 (2:1 auf der Hohen Warte gegen die Vienna) belohnt. "Für mich war es einer der schönsten Momente meiner Trainer-Laufbahn und für die Mannschaft wahrscheinlich der schönste. Das war ein klares Zeichen von uns, dass wir nicht der Fix-Absteiger sind. Wir sind nicht die Schießbude der Nation", jubelte Trainer Werner Gregoritsch, dessen Truppe vor vier Wochen in Wals-Siezenheim noch 3:7 untergegangen war.

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(apa/red)