Kanzler-Rüffel nach Treichls Wutrede:
"Banken sollen die Suppe selbst auslöffeln"

Faymann: Eingegangene Risiken sind selbst zu tragen Erste-Chef hat leidenschaftliche Debatte entfacht

Kanzler-Rüffel nach Treichls Wutrede:
"Banken sollen die Suppe selbst auslöffeln" © Bild: Reuters/Bader

In der Debatte um den Wutausbruch des Erste-Chefs Andreas Treichl über die heimische Politik hat Bundeskanzler Faymann mit einem Rüffel für die Geldinstitute geantwortet. Die Banken müssten Risiken, die sie eingehen, selbst bedecken können - "also die Suppe selbst auslöffeln", so Faymann zu Kritik an den strengeren Kapitalregeln Basel III.

Es könne nicht sein, dass die Banken Risiken eingehen, und wenn es gutgehe, Gewinne machen und Managergagen erhöhen, und wenn es schiefgehe, solle der Staat zahlen, so der Bundeskanzler. Der Staat und damit der Steuerzahler habe in der Krise den Geldinstituten Partizipationskapital zur Verfügung gestellt - zwar nicht geschenkt, aber mit Risiken, so der Regierungschef weiter.

Jeder Klein- und Mittelbetrieb hafte für seine Handlungen und Risiken. Das müsse auch für die Banken gelten, sagte Faymann. Was das Thema Kreditvergabe für Unternehmen betrifft, sei er bereit, sich an einer Diskussion zu beteiligen.

Treichl bei Spindelegger
Andreas Treichl wird heute ein Kalmierungsgespräch mit Vizekanzler und VP-Obmann Michael Spindelegger führen. Mit Bundeskanzler Faymann ist dagegen - zumindest vorerst - keine Unterredung geplant.

Treichl geht unterdessen in eigener Sache an die Öffentlichkeit. Er hat für Donnerstag eine Pressekonferenz in der Wiener Bankzentrale am Petersplatz anberaumt. "Thema wird sein Diskussionsbeitrag zur österreichischen Wirtschaftspolitik vom letzten Freitag sein", hieß es in der Einladung des Instituts.

Bei einer Podiumsdiskussion der ÖVP in Salzburg hatte Treichl am Freitag erklärt, Politiker seien "zu blöd und zu feig" und in Wirtschaftsdingen ahnungslos. Auslöser des Ausbruchs waren die neuen Bankenkapitalvorschriften (Basel III). Treichl führte an, dass eine Bank einen Kredit an ein Unternehmen, das man schon 100 Jahre kenne, mit zehnmal mehr Eigenkapital unterlege als eine griechische Anleihe.

Der Wutausbruch entfachte eine leidenschaftliche öffentliche Debatte. Während SPÖ-Politiker den Chef der Erste Group an die aufrechte Staatshilfe erinnerten, prangerte ÖVP-Chef Spindelegger die Diktion an. Von gleichfalls nicht zimperlichen Unternehmern, darunter Niki Lauda, kam Applaus. Bankerkollegen in Wien fürchteten, dass Treichls Verhalten der Branche keinen Dienst erwies.

(apa/red)

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Hat Treichl den Herrn Großruck gemeint?? Hmm... wenn ich mir den ÖVP-ler Großruck so anschaue??... der ist sicher kein blöder und feiger Politiker...der ist eher ein saublöder!!! Frauen-diskriminierende Gedichterl zum Besten geben, anstatt was Sinnvolles für das Land zu machen.. Treichl ich bin ganz bei Ihnen, weit haben wir s in unserer Politik gebracht!!!

Treichl hat Recht Die österreichische Regierung versteht nicht viel von Wirtschaft.

Hätte man nämlich die 100 Mrd. Euro nicht den Banken gegeben, sondern in verstaatlichte Patentauswertung investiert, dann hätte man Jobs geschaffen, das 3,5 Milliarden Import-Export Loch geschlossen und gleichzeitig die Banken saniert.

Treichl meinte wahrscheinlich nur: Gebt das Geld nicht den Banken.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

RobOtter

Stellt euch nur auf die Seite der Wirtsschaftstreibenden... ...dann arbeitet Ihr bald um € 5,- in der Stunde, müsst Euch selbst versichern und habt nur 2 Wochen Urlaub.....
Aber zum Glück gehts der Wirtschaft gut !

melden

Das ist natürlich blöd ... ... wenn man als Kanzler nicht damit umzugehen weiss, dass sich endlich jemand traut, einem ganzen Berufsstand die peinliche Wahrheit ins Gesicht zu sagen. ;-)
Über den angeschlagenen Ton lässt sich diskutieren - nur inhaltlich hat der Herr Treichl (leider!) zu 100% recht.

stabilis melden

Re: Das ist natürlich blöd ... genau (leider)

Verursacherprinzip Jeder der ein Problem verursacht hat für dieses zu haften. Wenn ein Arbeitnehmer etwas verbockt muß er seinem Chef dafür Rede und Antwort stehen und die Konsequenzen tragen. Das gilt daher für Wirtschaftstreibende genauso wie für Banker - und ganz besonders für Politiker. Es ist daher höchste Zeit die Haftung der Politiker zu definieren: für nicht eingehaltene Wahlversprechen, für öffentlich getätigte Aussagen und Zusagen, für Vergeudung unseres Steuergeldes, und für alle Fehler die dazu führen dass dieses Land den Bach runter geht. Dann gilt noch festzulegen, wie hoch die Haftung ausfällt : Schadenersatz, Pfändung aufs Existenzminimum, Sozialdienste, etc.

Freud\'scher Verleser jetzt hab ich statt Treichls Wutrede, Weichei\'s Trauerrede gelesen, na bumm des kost mi wieder 80 Euro beim Sigi.

melden

Der schlaue Faymann weiß dass Banken und Wirtschaftbetriebe selbst für ihr tun haften müssen. Aber nur leider reicht Faymanns Intelligenz nicht aus dass er der Kritik von Treichl überhaupt versteht. Daher ist er halt ein Langzeit Studienabrecher ohne Berufsausbildung. Wer haftet in der Politk? für die die versezten Milliarden. Die Politik weiß nicht was sie tut und haftet für nichts, und ist nicht in der Lage nach Wirtschaftlichen Kritierien zu arbeiten. Bedrohlicher als alles andere ist die Politik und sie wird demnächst unseren Staat in den Abgrund stürzen aus reiner Unfähigkeit und nur mit Blick auf ihr Klientel. Man kann Herrn Treichl nur rechtgeben und er hat es eigentlich noch recht harmlos ausgedrückt. Faymann der immer behauptet beim Menschen zu sein, sollte mal auf Stammtischen die Meinung hören

Viennese melden

Re: Der schlaue Faymann feymann ist nicht schlau, sondern stockdumm! Aber was will man von einem Menschen der ausser Parteiideologie nichts gelernt hat? Geld hat er immer genug bekommen ( denn verdient hat er es ja nicht), damit sieht er eben die Welt wie der kleine Max. Leider sind so ziemlich alle Politiker gleich. Die leute die etwas gelernt haben und etwaskönnen sind ohnehin schon im Ausland tätig und warten nicht auf die Zurufe aus Politikerkreisen. Armes Österreich!

keinbrauner melden

Re: Der schlaue Faymann Und wer haftet bei den Banken? Der Steuerzahler sonst niemand. Man hat es ja bei der Wirtschaftskriese gesehen. Die Banken riefen um Geld und der Finanzminister zahlte sofort Milliarden. Warum haben denn die ach so gescheiten Banker die Risiken nicht vorher gesehen. Man kann bei den Aussagen von Herrn Treichl für Bankmanager noch Gier dazusetzen.

stabilis melden

Re: Der schlaue Faymann Faymann und Schlau schließt sich schon grundsätzlich aus!

Der Faymann ist so ziemlich der unfähigste Kanzler den wir je hatten, bringt nichts weiter und was er bringt ist nur warme Luft!

Diese ganze Regierung ist sofort abzuwählen da sie das Land nicht regiert sondern nur faul dabei zuschaut wie wir immer mehr Schulden haben und zeitgleich sie alle nur auf ihre Pfründe schauen!

FPÖ wird der große Sieger, Faymann verschwindet in der roten Versenkung und dann geht das nächste Kasperltheater los!

Fakt ist, dass mir eine neue Partei fehlt die pro EU und pro SPAREN ist - runter mit den Steuern und Kosten und Vollgas in der Wirtschaft. Weg mit der Verschwendung!

Der Unterschied zur Politik: "Banken müssen Risiken die sie eingehen selbst bedecken können und die Suppe selbst auslöffeln" meint Faymann.

Und wie ist das Risiko der Politiker die Mrd. für Griechenland, Portugal, Irland und wiederum Griechenland vergeben? "Diese Suppe muss der Steeurzahler auslöffeln"!

Jene Politiker die uns das hinterlassen haben sind dann nicht mehr im Amt!

Treichl versteht mehr vom Geldgeschäft wie Faymann, Pröll Fekter & Co!

keinbrauner melden

Warum hat er nicht den Wutausbruch bekommen als alle für die Banken bezahlten Mir war der Herr Treichl eigentlich sympathisch. Ich frage mich nur warum er nicht den Wutanfall bekommen hat, als die überbezahlten Banker die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit ausgelöst haben und die erste Bank wegen wahrscheinlich "toller" Managerleistung auf die Schnelle 2 Milliarden brauchte. Wären es seiner Meinung nach, bei schlechterer Managerleistung vielleicht 5 Milliarden oder mehr gewesen? Aber er verdient ja schon wieder an die 3 Millionen im Jahr.

melden

Re:Warum hat er nicht den Wutausbruch bekommen als alle für die Banken bezahlten Verursacher dieser Krise waren nicht pauschal "die Banker" und schon gar nicht die Erste Bank oder andere österreichische Geschäftsbanken. Wenn wir uns erinnern wollen, nahm das Unglück seinen Lauf mit US-amerikanischen "Subprime"-Immobilienfinanzierungen und fand dann über Investmentbanken, v.a. in GB, D und CH, den Weg nach Europa. Die österr. Geschäftsbanken, die im wesentlichen einerseits Kundengelder veranlagen und andererseits mittels Krediten Geld in den Wirtschaftskreislauf einspeisen, sind dabei mehr oder weniger unschuldig zum Handkuss gekommen. Das angesprochene Partizipationskapital diente dazu, die internationale Kreditfähigkeit der österr. Banken zu erhalten und Schlimmeres zu verhindern. P.S.: Er hat damals und später mehrmals über die Verursacher der Krise geschimpft.

stabilis melden

Warum hat er nicht den Wutausbruch bekommen als alle für die Banken bezahlten Bankenkrise war US made - keine Schuld bei Erste Bank!

Die Staatskredite waren immens teuer verzinst und wurden sofort retour geführt. Treichl hat sich nichts vorzuwerfen und die Gehälter - naja, amoralisch ja, aber ganz ehrlich: ich hätte es auch gerne!

Insgesamt sind die Banken aber leider kein Wirtschaftspartner mehr, es ist nicht mehr gut möglich zu Krediten zu kommen - alles muss x-fach besichert sein, die Banken gehen nicht mehr in das kleinste Risiko - klar warum: weil sie ihr Geld mit hochriskanten Spekulationen im Backend verdienen (Treasury) - daher hat die Bank als Wirtschaftsfunktion versagt!

Dazu sollte Treichl mal was sagen!

keinbrauner melden

Re: Warum hat er nicht den Wutausbruch bekommen Hallo Altwinzer,
was ist mit der Hypo Kärnten, mit den Volksbanken, der Kommunalkredit usw. Soviel mir bekannt ist, haben diese Banken noch keinen Cent Zinsen bezahlt und werden auch weiterhin nichts zahlen.
Zur Suprimekrise: auch die Dümmsten, wussten, dass der Immobilienmarkt in Amerika eine Blase ist. Warum haben dann die europäischen Banken die wertlosen Papiere gekauft, wenn die Banker ja die Supergscheiterl sind?
Wie gesagt, bei den Bankern ist statt Feigheit Gier zu setzen. Alles Andere von Herrn Treichels Ergüssen ist auch auf die Banker umzusetzen.

melden

Re:Warum hat er nicht den Wutausbruch bekommen als alle für die Banken bezahlten Lieber keinbrauner, wie ich feststellen darf, ist Ihnen der Unterschied zwischen Investmentbanken - die haben die Subprime Papiere in großem Stil gekauft und hier trifft der Vorwurf, gierig zu sein tatsächlich zu - und Geschäftsbanken, wie u.a. die Erste Bank, Raiffeisenbanken u.a. - die sich aus solch hoch riskanten Geschäften weitgehend herausgehalten haben - nicht bekannt. Der verfügbare Platz reichen aber nicht aus, Sie so in die Materie einzuführen, dass Ihnen eine Polemik freie Argumentation ermöglicht wird und Ihnen zu erläutern, warum gerade die Kommunalkredit unverschuldet zu Fall gekommen ist. Bei der HAAG war - mutmaßlich - kriminelle Energie einzelner Personen am Werk, was aber - und das ist wahrhaft bedenklich - ohne Krise möglicher Weise nie ans Tageslicht gekommen wäre.

keinbrauner melden

alle für die Banken bezahlten Hallo Altwinzer,
warum hat dann die Erste, als erste Bank 2 Milliarden gebraucht? Auch die Raiffeisen hat dringend Geld gebraucht.
Sicher nicht wegen der Kreditausfälle. Die Commerzbank, die UBS (sicher keine Inverstmentbanken) waren ganz kurz vor der Pleite. Auch dort fühlten sich die Manager allen anderen haushoch überlegen.

Seite 1 von 1