KAnna Nicole Smith. Krimi ums Million-Dollar-Baby

Die Tragödie ihres Kindes, das nun von Erbschleichern gejagt wird.

KAnna Nicole Smith. Krimi ums Million-Dollar-Baby

Ihr Leben war eine Soap-Opera, ein paar Klassen unterhalb des Sehnsuchtsziels Hollywood. Ihr Vorbild war Marilyn Monroe, doch da gab es maximal am Lebensende biografische Ähnlichkeit – das Model Anna Nicole Smith starb mit 39 in Hollywood, und selbst das ist eine deprimierende Pointe: Der Ort des trostlosen Ablebens war nicht die kalifornische Filmmetropole, sondern die gleichnamige Vorstadt von Fort Lauderdale, Florida.

Im Sterben generierte sie die Aufmerksamkeit, deren Erlangung ihr fast jeden Preis wert war. Ihr Tod war die größte Realityshow seit dem Prozess um Michael Jackson: Es geht um Sex, Drogen, den Fluch eines Erbes und ein armes, unermesslich reiches Waisenbaby.

Öffentliches Sterben. Im Hard Rock Hotel, wo Smith und ihr Lebensgefährte Howard Stern als Stammgäste logierten, hatte das langsame Sterben begonnen, und der Todeskampf ist durch Paparazzifotos gut dokumentiert. Nach Angabe der Rezeptionistin klagte Smith schon bei der Ankunft über 40 Grad Fieber. Das Paar checkte in Suite Nr. 607 ein (500 Euro je Nacht). Den Abend verbrachte man im Casino. Augenzeuge Ron Hanson: „Sie hing mehr, als sie saß, konnte nicht allein gehen.“ Die Augen fiebrig, das Gesicht fahl. Die Kameras stets in Betrieb.

Vergangener Donnerstag, 13.38 Uhr Ortszeit: Smiths Privatkrankenschwester, die Ehefrau ihres Bodyguards, fordert an der Rezeption den Notarzt an. Anna liege inmitten von Erbrochenem bewusstlos am Bett. Die Securitys versuchten Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung – vergebens. Die Notärzte setzten Elektroschocks und eine Adrenalinspritze und beatmeten künstlich. Unter einem Leintuch wurde Smith per Rollbahre zum Rettungswagen chauffiert, das Gesicht unter einer Sauerstoffmaske verborgen. Ein Arzt versuchte weitere Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Fotomeute war auf Dauerfeuermodus. Smiths letzter und größter Auftritt ereignete sich im Memorial Regional Hospital. Um 14.45 Uhr wurde sie dort für tot erklärt. Breaking News, weltweit – endlich. Klick und aus.

Rätselhafter Tod. Schon um 15.15 Uhr begann die weltweite Liveübertragung. Ermittler enterten die VIP-Suite und bargen Beweismaterial in braune Papiersäcke: die Ersatzdroge Methadon, illegale Betäubungsmittel, Valium, Antibiotika, Grippemittel, das Aufputschmittel Provigil, das Antidepressivum Xanax und das Schmerzmittel Vicodin, verriet ein anonymer Polizist.
Dennoch stellt Leichenbeschauer Joshua Perper wenige Stunden später fest: „Auf den ersten Blick ein natürlicher Tod ohne Fremdeinwirkung und Gewaltanwendung.“ Der Obduktionsbericht aus dem Labor, in dem Drogenkonsum nachgewiesen werden kann, droht aber erst. Vor kurzem soll sich Smith auch wieder einer kosmetischen Operation unterzogen und danach über Beschwerden geklagt haben. Ein Hotelgast: „Es ging schnell, sie war in Minuten weggeschafft, ihr Körper
in einem Plastiksack.“ Und Annas Halbschwester Donna Hogan: „Sie entfloh der Heimat, um sich in der Welt einen Namen zu machen.“

Container-Kid als Coverstar. Geboren als Vicky Lynn Hogan, allein erzogene Tochter einer Polizistin, aufgewachsen in einem Trailerpark in Houston. Für die Karriere hinter dem Fast-Food-Tresen schmiss sie die Schule. Ehe mit einem 16-jährigen Arbeitskollegen. Sohn Daniel wird geboren. Die Ehe scheitert, Anna verdingt sich als Stripperin und wälzt den greisen Ölmilliardär Howard Marshall nieder. Hochzeit 1994, sie 26, er 89. Nach einer Brust-OP jobbt sie als „Playboy“-, H&M- und Guess-Model, bald in Größe 36, bald in 46. Die Crashdiäten werden mit Drogen kompensiert. Mit Marshalls Tod 1995 beginnt der Kampf um das 1,6-Milliarden-Dollar-Erbe: Anna gegen Marshalls Sohn Pierce. Dann stirbt auch er, sie wähnt sich als Siegerin, doch bis zu ihrem Tod wurde ihr vom obersten Gerichtshof in L. A. nicht einmal der Mindestanteil von 88,5 Mio. offiziell zugesprochen.

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