Kandidaten führten sachliche Diskussion: Bundespolitische Aspekte im TV ausgespart

Landeshauptmann Pröll: "Erbitte klare Verhältnisse" Grün-Kandidatin Petrovic "will in die Landesregierung"

Kandidaten führten sachliche Diskussion: Bundespolitische Aspekte im TV ausgespart © Bild: APA/Hochmuth

Durchaus sachlich und auf landespolitische Themen fokussiert ist die TV-Diskussion der Spitzenkandidaten für die NÖ Landtagswahl am 9. März verlaufen. Bundespolitische Aspekte blieben bei der Debatte weitgehend ausgespart.

Landeshauptmann Erwin Pröll strich einmal mehr die Notwendigkeit "klarer Verhältnisse" am Wahltag heraus, die er auch "erbitte". Auf mögliche Arbeitsübereinkommen mit anderen Parteien nach dem 9. März wollte er sich nicht einlassen. Der Wähler entscheide, wer in der Landesregierung "Verantwortung in welcher Größenordnung" übernehmen werde. Pröll verwies auch darauf, dass sich die Bedingungen im Vergleich mit 2003 (mit 53,3 Prozent fuhr er eine satte absolute Mehrheit ein) deutlich geändert hätten. Ein roter Bundespräsident und Bundeskanzler sowie zwei zusätzliche rote Bundesländer seither seien "Strafverschärfung" für ihn.

SPNÖ: Niederösterreich "kein Pröll-Land"
Die Vorsitzende der SPNÖ hatte zuvor festgestellt, dass Niederösterreich "kein Pröll-Land" sei. Es brauche "keinen mächtigen Landeshauptmann" und "keine mächtige ÖVP", sondern eine "gestärkte SPÖ", die auf das "soziale Gleichgewicht" achte, so Onodi. Niederösterreich habe sich auch deshalb gut entwickelt, weil die Sozialdemokraten "mitgearbeitet" hätten und damit "beteiligt" seien.

Petrovic: "Ich will in die Landesregierung"
"Ich will in die Landesregierung", bekräftigte die Grüne Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic ihr "ambitioniertes Ziel", das "machbar" sei. An Pröll gerichtet meinte die Klubobfrau, dass er "natürlich" die absolute Mehrheit halten werde. Sollten die Grünen einen Regierungssitz erreichen, würde sie "versuchen, Inhalte zu vereinbaren", sagte Petrovic. Dass das primär mit der ÖVP der Fall sein würde, "zeigen die Mehrheitsverhältnisse".

FPÖ: Braucht "grundlegenden Wandel"
Es brauche einen "grundlegenden Wandel in der politischen Ausrichtung", betonte FPÖ-Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz. Auf das Land bezogen gehe es darum, dass "Niederösterreich im Zentrum" stehe. Weitere 15 Jahre mit einer Einwanderungspolitik wie bisher würden "Zustände wie bei ihrem (Prölls) Freund (Michael) Häupl in einigen Wiener Bezirken" bedeuten, richtete die Mandatarin an Pröll - der mit einem "Taferl" konterte, wonach die Einbürgerungen im Land in den vergangenen eineinhalb Jahren um 66 Prozent zurückgegangen seien.

Er glaube nicht, dass die ÖVP "die absolute Mehrheit bereits eingefahren" habe, bemerkte Hans Jörg Schimanek (B). Statt 4,5 Mio. Euro in ein Nitsch- Museum zu stecken, sollte danach getrachtet werden, "den Bürgern mehr Geld in der Tasche zu lassen". Daher seien etwa Gebühren auf die "Notwendigkeiten" zurückzuschrauben.

Er "bewerbe" sich am 9. März darum, für weitere fünf Jahre "erster Diener" des Landes zu bleiben und würde in diesem Fall auch die gesamte Legislaturperiode "durch alle Höhen und Tiefen gehen", kündigte Pröll an. Umfragen seien eine, Wahlergebnisse eine andere Sache, sagte Onodi. Sie erwarte daher, dass die SPÖ kommenden Sonntag "gestärkt" werde. Sie "schaffe" ihr Wahlziel, betonte Petrovic, und werde "Niederösterreich erhalten" bleiben. Sie werde "auf jeden Fall in den NÖ Landtag einziehen", bekräftigte Rosenkranz. Schimanek kündigte an, auch mit einem Mandat im NÖ Landtag Bezirksrat in Wien-Floridsdorf bleiben zu wollen, um eine "Brücke" zwischen den Ländern zu bilden.

(apa/red)