Kanadas Opposition stürzt die Regierung:
Minderheitskabinett von Harper ist am Ende

Vorwurf der mangelhaften Konjunkturförderung Opposition ebnet Weg für Drei-Parteien-Koalition

Kanadas Opposition stürzt die Regierung:
Minderheitskabinett von Harper ist am Ende © Bild: Reuters/Wattie

In Kanada haben sich drei Oppositionsparteien auf die Ablösung der Minderheitsregierung von Ministerpräsident Stephen Harper geeinigt. Mit dem Beschluss ist der Weg frei für die erste Koalitionsregierung in der modernen Geschichte des Landes. Die Parteichefs der Liberalen, der Neuen Demokraten und des Bloc Quebecois baten in einem Brief an die Generalgouverneurin Kanadas, die als Staatsoberhaupt fungiert, den Liberalen Stephane Dion mit der Regierungsbildung zu beauftragen.

Die Opposition warf der konservativen Regierung vor, nicht genügend Konjunkturförderung einzuplanen, obwohl die Wirtschaft Kanadas immer mehr unter der weltweiten Wirtschaftskrise leide. Der separatistische Bloc Quebecois wird der neuen Regierung zwar nicht angehören, hat jedoch seine Unterstützung in wichtigen Abstimmungen zugesagt. Neben den Folgen der Finanzkrise ist in Kanada auch der massive Einsatz von Truppen in Afghanistan umstritten.
(apa/red)