Ottawa von

Schüsse in kanadischem Parlament

Wachsoldat von Angreifer niedergeschossen. Einer der Täter getötet.

Schüssen im kanadischen Parlament © Bild: REUTERS/Chris Wattie

Kurz nachdem ein Unbekannter am Mittwochmorgen (Ortszeit) einen kanadischen Soldaten nahe eines Kriegerdenkmals niedergeschossen hat, waren zahlreiche Schüsse aus dem nahegelegenen, kanadischen Parlament zu hören. Wie Augenzeugen berichteten, flüchtete ein oder mehrere Verdächtige ins Innere des Parlaments, die Polizei nahm die Verfolgung auf. Mindestens 30 Schüsse sollen gefallen sein.

Das Parlament wurde umgehend abgeriegelt, gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Polizisten gingen vor dem Gebäude in Stellung. Premier Stephen Harper sei in Sicherheit gebracht worden, erklärte ein Regierungsvertreter.

Bis zu 30 Schüsse

"Ein Mann ist rennend ins Parlament eingedrungen. Er wurde von mit Gewehren bewaffneten Polizisten verfolgt, die allen zuriefen, in Deckung zu gehen", sagte der Augenzeuge Marc-Andre Viau der Nachrichtenagentur AFP. Der Angestellte des Parlaments sagte, er habe bis zu 30 Schüsse aus einer automatischen Waffe gehört. Ein Kameramann vor Ort sprach sogar von rund 50 Schüssen.

Anzahl der Täter unklar

Örtliche Medien berichteten über zwei Männer mit Jagdwaffen. Die Polizei machte keine nähren Angaben zur Anzahl der Bewaffneten, erklärte jedoch, diese befänden sich "wahrscheinlich" auf dem Dach des Gebäudes.

Soldat gestorben

Der Soldat, der niedergeschossen wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Dies bestätigte der kanadische Arbeitsminister Jason Kenney am frühen Nachmittag. Das Denkmal für die Kriegstoten ist unmittelbar am Parlamentspark, nur durch eine Straße getrennt. Die Ehrenwache ist zwar bewaffnet, die Sturmgewehre sind aber gesichert und dienen rein repräsentativen Zwecken.

Angreifer tot

Die kanadische Polizei hat außerdem den Tod eines Angreifers bestätigt, der sich im Inneren des Parlaments einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert hatte. Unklar war vorerst, ob sich noch weitere Bewaffnete im Gebäude befanden und ob der Getötete auch für die kurz zuvor abgegebenen Schüsse auf einen Soldaten verantwortlich war.

Erst am Montag hatte ein polizeibekannter Islamist auf einem Supermarktparkplatz bei Montreal zwei Soldaten mit dem Auto überfahren und einen von ihnen getötet. Der 25-jährige Angreifer hatte sich anschließend bei einer Verfolgungsjagd mit seinem Auto überschlagen und war anschließend mit einem Messer auf die Polizei losgegangen. Diese hatte ihn daraufhin erschossen. Die Regierung hob anschließend die Terrorwarnstufe von Niedrig auf Mittel an.

Kommentare

Motive? Täter? Wird sich zeigen.

Heute wird jedenfalls noch die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafza in Ottawa erwartet, damit ihr die Ehrenstaatsbürgerschaft Kanadas überreicht werden kann.

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