Kampusch-Prozess: Unfreiwillig komischer Tumult mit L. Koch und "Perücken-Zeugen"

Video des "Wickels" schon jetzt Kult auf YouTube! Zuerst, im Original und in voller Länge auf news.at!

Kampusch-Prozess: Unfreiwillig komischer Tumult mit L. Koch und "Perücken-Zeugen" © Bild: APA/Leodolter

Im Bezirksgericht Gleisdorf wurde der Prozess zwischen Kampusch-Mutter Brigitta Sirny und dem pensionierten Richter Martin Wabl fortgesetzt. Dabei geht es um Wabls Behauptung, Sirny habe etwas mit der Entführung ihrer Tochter zu tun gehabt. Dabei kam es am Gang des Gerichts zu einem Tumult, der zuerst von ATV mitgefilmt auf YouTube landete. Dort hat "Fixnoamoi" und "Hilfeee" schon Tausende Fans! Lesen Sie, wie es soweit kam.

Im Zuge der Verhandlung hat sich eine zweite - wenn auch geringfügige - Tätlichkeit zugetragen: Jener Zeuge, der anschließend selbst von Natascha Kampuschs Vater angegriffen wurde, hatte zuvor im Gang einen Fotografen attackiert.

Priklopil-Bekannter vernommen
Als erster Zeuge in dem Prozess wurde ein Bekannter von Wolfgang Priklopil vernommen. Er erschien mit Sonnenbrille und hielt sich eine Tasche vor das Gesicht. Im Gerichtssaal beanstandete er, dass nicht kontrolliert worden sei, ob Aufnahmegeräte oder Handys im Saal seien. Doch der Richter forderte ihn auf, auszusagen und wollte sich auf keine weiteren Diskussionen einlassen.

Der Zeuge gab an, er sei selten in Priklopils Haus gewesen und habe dort nie ein Mädchen gesehen. Wohl aber habe er im Mai oder Juni 2006 seinen Bekannten mit einer jungen Frau in einer Veranstaltungshalle gesehen. "Es hat sich später herausgestellt, dass es Natascha Kampusch war", so der Befragte.

Zeugen attackiert
Als der Zeuge den Saal verließ, ging der Vater von Natascha Kampusch auf den Mann los und versetzte ihm einen Stoß. Dieser schrie sofort mehrmals "Polizei" und "Ich werde tätlich angegriffen", obwohl ihm längst keiner mehr etwas tat. Mit den Worten "So eine Frechheit" ging er schließlich. Koch erklärte anschließend, er sei überzeugt davon, dass der Nachbar etwas mit der Sache zu tun habe. "Wenn er frei von jeder Schuld ist, braucht er sich vor Gericht ja nicht unkenntlich machen", so Koch.

Dann wurde ein Nachbar von Brigitta Sirny befragt, der irgendwann einmal gesagt haben soll, Priklopil sei bei ihr aus und ein gegangen. Vor Gericht bestritt er diese Aussage aber entschieden. Dann wurde aus dem Publikum eine Zeugin gehört, die angab, er habe das sehr wohl gesagt. Doch der Nachbar blieb bei seinen Angaben.

Hinweise "falsch bewertet"
Als letzter Zeuge wurde der ehemalige Chef des Wiener Sicherheitsbüros, Max Edelbacher, einvernommen. Er räumte ein, dass man die Hinweise auf Wolfgang Priklopil "falsch bewertet" habe, deshalb wurden die Ermittlungen in diese Richtung nicht fortgesetzt. Außerdem meinte er, dass Kampuschs Vater Ludwig Koch "sehr engagiert war und sich sehr eingesetzt hat", während sich die Mutter seines Wissens nie erkundigt habe.

Nach Nataschas Entführung habe es "über 700 Hinweise" gegeben, zwei davon hatten Priklopil betroffen. "Die, die ihn überprüft haben, haben ihm geglaubt, dass er den Kastenwagen zum Transport von Bauschutt verwendet hat". Damit war für die Polizei der Fall erledigt.

(apa/red)