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Enttäuschende Judo-EM

Platz 7 für Filzmoser, Paischer und Zeltner jeweils in Runde 2 ausgeschieden

RUSSIA JUDO WORLD CHAMPIONSHIPS © Bild: APA/EPA

Sabrina Filzmoser hat am ersten Tag der Judo-EM im Rahmen der Europaspiele in Baku für die einzige Platzierung aus österreichischer Sicht gesorgt, fühlte sich aber um den Bronzekampf betrogen. Wegen vermeintlicher Bewusstlosigkeit der Oberösterreicherin hatte der Kampfrichter den Arzt auf die Matte geholt, was gleichzeitig die Niederlage für die zweifache Ex-Europameisterin bedeutete.

Filzmoser hatte in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm nach einem Freilos in der ersten Runde die Deutsche Viola Wächter geschlagen, um den Poolsieg unterlag sie allerdings der Französin Automne Pavia mit Ippon. Gegen sie liegt sie nun in direkten Duellen 1:8 zurück.

Ärger über vermeintliche Bewusstlosigkeit

In der Hoffnungsrunde kam es zur Begegnung mit der Niederländerin Sanne Verhagen. Es stand wenige Sekunden vor Ende der regulären Wettkampfzeit unentschieden, als die 35-jährige Filzmoser bei einem Wurfansatz ihrer Gegnerin zwar auf dem Bauch, aber hörbar hart auch auf dem Kopf landete. Der Kampfrichter holte den österreichischen Arzt Alfred Engel auf die Matte.

"Ich bin auf den Kopf gefallen, wollte mir kurz etwas Zeit nehmen, bevor die Verlängerung gestartet wäre. Darum habe ich auch zum Arzt gesagt, dass ich nichts habe, nur einen kurzen Moment brauche", erklärte Filzmoser. "Ich war nicht bewusstlos. Mir wurde die Möglichkeit genommen, weiterzukämpfen", meinte sie enttäuscht. Der Kampfrichter habe behauptete, ein Rollen in ihren Augen gesehen zu haben.

Damen-Nationaltrainer Marko Spittka wollte keine Schuldzuweisungen machen. "Der Kampfrichter hat im Rahmen seiner Möglichkeiten gehandelt. Außerdem würde uns ein heftigeres Protestieren nur in den Folgetagen auf den Kopf fallen."

Aus in Runde 2

Ihren jeweils zweiten Kampf verloren Tina Zeltner (bis 57 kg) und Ludwig Paischer (bis 60). Der 33-jährige Salzburger Paischer musste sich nach einem Erfolg über den Finnen Juho Reinvall dem Schweizer Ludovic Chammartin geschlagen geben." Mitnehmen kann ich, dass ich körperlich gut in Schuss bin, aber vom Kopf her noch Reserven habe", sagte Paischer.

Für Zeltner kam nach einem Erfolg über die Schweizerin Emilie Amaron gegen die Ungarin Hedvig Karakas das Aus. "Ich bin nicht unzufrieden mit meiner Leistung. Zwar hätte man Karakas in den letzten Sekunden noch eine Bestrafung geben können, aber dafür fehlt mir womöglich noch der Namen dazu. Diesen muss ich mir noch machen", meinte die 22-jährige Zeltner.

Am Freitag sind für Österreich Kathrin Unterwurzacher, Hilde Drexler (beide bis 63 kg), Bernadette Graf (bis 70) und Marcel Ott (bis 81) im Einsatz.

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