Kampf gegen Vogelgrippe: Frankreich und Niederlande dürfen ihr Geflügel impfen

EU-Ausschuss stimmt entsprechenden Anträgen zu Nervosität wächst: Weiteres Todesopfer in Indonesien

Frankreich und die Niederlande dürfen Geflügel vorbeugend gegen die Vogelgrippe impfen. Der zuständige EU-Ausschuss für Tiergesundheit und die Nahrungsmittelkette stimmte entsprechenden Plänen zu. Allerdings sollen nur bestimmte Arten in bestimmten Regionen geimpft werden. Zudem müssten die Programme einer strengen Beobachtung unterliegen, teilte die EU-Kommission mit.

So müssten die geimpften Vögel von infizierten Tieren unterschieden werden. EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou betonte, es müsse jede Möglichkeit in Betracht gezogen werden, damit das Virus nicht auf kommerzielle Betriebe übergreift. Mit Blick auf die anstehende Rückkehr vieler Zugvögel aus dem Süden forderte er die Mitgliedstaaten zur höchsten Wachsamkeit auf. Bisher ist das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 in sieben EU-Staaten aufgetreten, darunter auch in Österreich.

Das Impfen ist bei Experten umstritten. Geschützte Vögel können das Virus weiterübertragen, ohne daran zu erkranken. Zudem sind damit auch wirtschaftliche Fragen verbunden, weil der Absatz von Fleisch geimpfter Tiere sinken könnte. Dennoch will Frankreich bis zu 900.000 Enten und Gänse in den Departments Landes, Loire-Atlantique und Vendee vorbeugend impfen.

Nach einem erneuten Vogelgrippe-Todesfall in Indonesien wartete Südostasien unterdessen mit Nervosität auf die Ergebnisse weiterer Tests. Ein Mitarbeiter des indonesischen Gesundheitsministeriums sagte, ein Labor habe den Erreger in der Leiche einer 27-jährigen Frau nachgewiesen. In Indien befanden sich nach dem Ausbruch der Vogelgrippe unter Hühnern zwölf Menschen in Quarantäne, in Malaysia stellten die Behörden sieben Personen unter Beobachtung.

Angesichts der Ausbreitung der Vogelgrippe in Nigeria hat die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) für den afrikanischen Staat gezielte Geflügelimpfungen empfohlen. Die bisherigen Schutzmaßnahmen hätten die Verbreitung des tödlichen Virus H5N1 in den Geflügelbeständen nicht stoppen können, es drohe eine regionale Katastrophe, erklärte die FAO am Mittwoch in Rom. Die Impfung erfordere den Einsatz von mehreren tausend Veterinären. Der Geflügelbestand Nigerias wird auf 140 Millionen Tiere geschätzt.

An H5N1 sind seit 2003 bisher 92 Menschen weltweit gestorben, 170 waren an Vogelgrippe erkrankt. Der Krankheit, die sich von Asien über Europa nach Afrika verbreitet hat, sind bisher insgesamt 200 Millionen Tiere zum Opfer gefallen. In dieser Zahl sind viele Tiere enthalten, die nach dem Verdacht auf Vogelgrippe gekeult werden mussten.

(apa/red)