Kampf um den Spendenkuchen wird härter:
Mehr Organisationen rittern um die Gelder

Österreicher geben jährlich im Schnitt 86 Euro her Geschlecht: Frauen sind weit spendabler als Männer

Der Kampf um den Spendenkuchen wird immer härter. Der Anteil jener Österreicher, die Geld für karitative Zwecke lockermachen, bleibt seit 2005 zwar nahezu konstant, aber immer mehr Organisationen rittern darum. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Instituts "Public Opinion" hervor, deren Ergebnisse veröffentlicht worden sind.

"Public Opinion" hat im August und September persönliche Interviews mit 1.047 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen geführt. 68 Prozent der Befragten gaben dabei an, in den zwölf Monaten zuvor gespendet zu haben. Der Anteil habe sich verglichen mit dem Jahr davor kaum verändert, so das Institut. Nach Geschlechtern betrachtet stieg die Spendenfreudigkeit der Frauen von 70 auf 74 Prozent, jene der Männer sank hingegen von 67 auf 62 Prozent.

Die Österreicher haben im Durchschnitt rund 86 Euro gegeben, im Jahr zuvor waren es 84 Euro. Dass die Gesamtsumme dennoch um knapp 20 Mio. auf hochgerechnet etwa 342 Mio. Euro gesunken ist, sei durch die statistische Schwankungsbreite und den Anteil jener bedingt, die die genaue Spendensumme nicht nennen konnten, erläuterte "Public Opinion".

Eine Solidaritätsbekundung
Die Bevölkerung ist heute eher bereit, spontan Geld zu geben. Vor allem Österreicherinnen geht es weniger um die Beruhigung ihres Gewissens als vielmehr um Bekundung der Solidarität mit den Armen und Schwachen. Das Spendengütesiegel hat sich offenbar bei der Mehrheit noch nicht herumgesprochen und ist daher nur ein geringer Beweggrund. Tendenziell leicht abgenommen hat das Motiv, aus "religiöser Überzeugung" zu spenden oder "weil ich es mir leisten kann".

(apa/red)