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Kampf gegen Türkei: Syriens Regierung rückt in Kurden-Region ein

Türkischer Angriff soll gestoppt werden

Erste syrische Regierungskräfte sind in das von Kurden kontrollierte Gebiet Afrin im Nordwesten des Bürgerkriegslandes eingerückt. Der regierungsnahe Kanal Al-Mayadeen zeigte am Dienstag Bilder, wie mehrere Wagen mit Kämpfern einen Kontrollpunkt passierten. Damit wird ein Abkommen der Kurdenmiliz YPG und der syrischen Regierung umgesetzt. Die Kurden wollen so einen türkischen Angriff stoppen.

Afrin wird von der Kurdenmiliz YPG beherrscht. Türkische Truppen hatten vor einem Monat eine Offensive auf das Gebiet begonnen. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und bekämpft sie.

Kämpfer der Volksstreitkräfte rückten von Aleppo her Richtung Afrin vor, berichtete ein Militärmedium, das von der Hisbollah-Miliz betrieben wird. Einheiten der libanesischen Hisbollah, die vom Iran unterstützt wird, kämpfen an der Seite der Truppen von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Die Milizen hatten am Montag nach Berichten des staatlichen syrischen Fernsehens erklärt, sie würden helfen, die türkische Offensive in der Region abzuwehren. Die Türkei hatte gedroht, sie werde gegen Assad-Truppen vorgehen, sollten sie nach Afrin vorrücken, um die YPG gegen die türkischen Soldaten zu unterstützen.

Angesichts der Drohungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einer Belagerung der syrisch-kurdischen Stadt rief die designierte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles dazu auf, dem entgegenzutreten. "Wir werden auf allen diplomatischen Kanälen, die uns zur Verfügung stehen, versuchen, dass zu verhindern", sagte Nahles am Dienstag vor einer SPD-Fraktionssitzung in Berlin. Auch sie befürchte, dass Erdogan die Stadt Afrin einkesseln wolle, sagte Fraktionschefin Nahles weiter. Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich mit Kritik an den türkischen Angriffen bisher stark zurückgehalten.

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