Kampf gegen Cholera-Epidemie in Haiti:
Auf Erdbeben folgte nächste Katastrophe

21. Oktober: Seuche brach in Zentralhaiti aus Zahlreiche Menschen kamen bereits ums Leben

Am 21. Oktober brach in Haiti die Seuche aus: Im Zentrum des erst im Jänner von einem schweren Erdbeben getroffenen Karibikstaates starben 50 Menschen an Cholera. Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der Todesopfer binnen sieben Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit auf über 2.100 gestiegen. Mehrere Fälle wurden außerdem im Nachbarstaat Dominikanische Republik und sogar in den USA registriert.

Die Cholera war zum ersten Mal seit über 100 Jahren am Fluss Artibonite in Zentralhaiti wieder ausgebrochen. Trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen der Hilfsorganisationen wissen viele Haitianer vor allem auf dem Land oft nicht, wie sie sich im Falle einer Ansteckung verhalten sollen, und suchen zu spät medizinische Hilfe. Experten gehen deshalb davon aus, das die tatsächliche Zahl der Toten und Erkrankten viel größer ist als offiziell angegeben.

Internationale Gesundheitsexperten rechnen damit, dass sich in den kommenden zwölf Monaten bis zu 400.000 Menschen infizieren könnten.

"Haiti erlebt derzeit einen der schwierigsten Momente seiner Geschichte", warnte EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. So sei zwar die Zahl der täglich an Cholera sterbenden Menschen gegenüber Ende November von 50 auf 22 zurückgegangen, obwohl die Krankheit auch die Hauptstadt erreicht habe. Derzeit seien etwa 100.000 Haitianer erkrankt. Diese Zahl könnte sich vervierfachen, sagte Georgieva.

(apa/red)