Kampf gegen Börsengang? Bertelsmann will angeblich seine Musiksparte opfern

Konzern hat 50-Prozent-Beteiligung an Sony BMG

Kampf gegen Börsengang? Bertelsmann will angeblich seine Musiksparte opfern

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann will Medienberichten zufolge mit aller Macht einen vom belgischen Minderheitsaktionär Groupe Bruxelles Lambert (GBL) geplanten Börsengang abwehren. Nach Informationen der "Financial Times" hat Bertelsmann Investmentbanker mit Vorbereitungen für den Verkauf seiner Musiksparte beauftragt.

Ein Bertelsmann-Sprecher nannte die Medienberichte "Spekulationen, die wir nicht kommentieren". Informationen des Berliner "Tagesspiegel", wonach sich Bertelsmann auch von Teilen seines 74,9- Prozent-Anteils an der Hamburger Zeitschriftengruppe Gruner + Jahr trennen will, bezeichnete ein weiterer Bertelsmann-Sprecher als "Quatsch".

Die Musiksparte bei Bertelsmann umfasst eine 50-Prozent-Beteiligung an der weltweit zweitgrößten Plattenfirma Sony BMG, die Künstler wie Alicia Keys oder Shakira unter Vertrag hat. Außerdem gehört der gewinnträchtige Musikverlag BMG Music Publishing zu der Sparte. Das 2004 fusionierte Unternehmen Sony BMG hatte zuletzt mit Führungsproblemen und dem Verlust von Marktanteilen zu kämpfen.

Laut "Financial Times" könnte Bertelsmann mit dem Verkauf des Musikgeschäfts rund zwei Milliarden Euro erlösen. Das Aktienpaket, das GBL an die Börse bringen will, hat maximal einen Wert von vier bis fünf Mrd. Euro. Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Gunter Thielen hatte vor einer Woche bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin gesagt, es sei nicht bekannt, wie viel seines Paketes von 25,1 Prozent der Kapitalanteile GBL an die Börse bringen will.

Nach Informationen der "New York Times" werden noch in dieser Woche Gespräche zwischen Bertelsmann-Vertretern und Sony erwartet. Es sei unklar, ob ein baldiger Verkauf an Sony oder andere überhaupt mit den Vereinbarungen des Joint Ventures in Einklang zu bringen sei. (apa)