Kampagne gegen Hundstrümmerl in Wien: Strafen nicht vorgesehen, aber doch möglich

Häupl kündigt Gespräche mit der Elternititiative an Umfrage: Wer soll stinkende Hundehaufen beseitigen?

Erfolg für die Elterninitiative gegen Hundekot in Wien: Die geforderte groß angelegte Aufklärungs- und Informationskampagne wird kommen. Auch den von der Initiative gewünschten Termin beim Stadtoberhaupt wird es geben. Er werde dieses Gespräch sehr gerne führen, betonte der Wiener Bürgermeister Michael Häupl.

"Ich finde die Idee einer Kampagne gar nicht so schlecht", so Häupl. Diese solle über einen längeren Zeitraum laufen, vielschichtig aufgebaut sein und an die Eigenverantwortung der Hundehalter appellieren. Einen Starttermin nannte er noch nicht.

Strafen für uneinsichtige Hundebesitzer sind vorerst keine vorgesehen - abgesehen von bereits jetzt möglichen Sanktionen gemäß der Reinhalteverordnung. "Ich hoffe, dass man Strafen nicht braucht", so Häupl. Sollte die Kampagne wenig erfolgreich sein, könnte es aber sehr wohl Strafen geben, hieß es. Häupl betonte, dass er Hundekot für ein "vergleichsweise läppisches Problem" halte. Der ÖVP-Forderung nach einer Stadtwache - die sich laut Volkspartei dem Problem annehmen könnte - erteilte Häupl eine klare Absage.

Die Petition für die Reduzierung der Hundstrümmerl-Belastung in Wien hat bereits mehr als 30.000 Unterzeichner gefunden. Unter http://www.hundekot.at protestiert ein Elternverein dagegen, dass "Hunde an jeder Straßenecke und in jedem Fleckchen Grün ihr Häufchen absetzen".

Die Wiener Ärztekammer hat ebenfalls ihre Unterstützung für die Elterninitiative angekündigt. Der medizinische Aspekt, so hieß es in einer Pressemitteilung, sei in der Debatte noch zu wenig beachtet worden. Wurminfizierter Hundekot könne nämlich im schlimmsten Fall bis zu Lebervergrößerung und Erblindung führen.

(apa/red)