Kamal Said Qadir wieder in Freiheit: Im Irak inhaftierter Österreicher freigelassen

Fischer intervenierte bei Talabani und Barzani

Der seit dem Oktober des Vorjahres im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak inhaftierte österreichische Staatsbürger Kamal Sayid (Said) Qadir ist begnadigt und freigelassen worden. Dies bestätigte nunmehr auch das Außenministerium, das sich monatelang für dessen Freilassung eingesetzt hatte.

"Die österreichischen Bemühungen um die Freilassung von Dr. Kamal Sayid Qadir hatten nach mehr als viermonatiger Haft im Irak endlich Erfolg", so Außenministerin Ursula Plassnik. "Der österreichische Staatsbürger konnte das Gefängnis in Erbil heute verlassen."

Bereits am 25. Jänner 2006 hatte der irakische Außenminister Hoshyar Zebari eine Entlassung Qadirs aus der Haft bekannt gegeben, was sich jedoch als nicht zutreffend erwies. Neben dem Außenministerium hatte sich auch Bundespräsident Heinz Fischer bei dem irakischen Kurdenführer Massoud Barzani und Präsident Jalal Talabani für eine Freilassung des Österreichers kurdischer Abstammung eingesetzt.

Der Jurist hatte Barzani, Chef der kurdischen Autonomiebehörde und der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP), in einem offenen Brief scharf kritisiert. Laut der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Qadir in einem Artikel zudem behauptet, eines der Mitglieder der herrschenden Barzani-Familie sei homosexuell - in der konservativen kurdischen Gesellschaft eine schwere Ehrverletzung. "Aber die Umstände von Qadirs Verhaftung und das Strafmaß entsprechen eher dem Gebaren einer Diktatur als einer demokratischen Gesinnung, für die sich die kurdische Regierung im Westen gern preisen lässt", schrieb "Die Zeit".

Nach Darstellung des Außenministeriums war Qadir wegen "Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfes" im Jänner zunächst zu 30 Jahren verurteilt worden. Nachdem das Verfahren neu aufgerollt worden sei, sei er im März zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. (apa/red)