Sieben Tote nach Schüssen an zwei Tatorten in Kalifornien

von Sieben Tote nach Schüssen an zwei Tatorten in Kalifornien © Bild: APA/APA/AFP/GETTY/JUSTIN SULLIVAN

Polizei riegelt den Tatort ab

Im US-Bundesstaat Kalifornien sind erneut mehrere Menschen Opfer tödlicher Schusswaffengewalt geworden: Diesmal hat es eine ländliche Gemeinde im Norden des Westküstenstaates getroffen. An zwei Tatorten in Half Moon Bay kamen am Montag sieben Menschen ums Leben. Eine weitere Person wurde lebensgefährlich verletzt, teilte die Polizei am Montagabend mit. Der mutmaßliche Schütze, ein 67-jähriger Mann, sei festgenommen worden, sagte Sheriff Christina Corpus. Das Motiv war unklar.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann alleine handelte. Die Tat wurde in einer landwirtschaftlichen Region südlich von San Francisco verübt. Der Mann habe Schüsse unter anderem in einem Landwirtschaftsbetrieb abgegeben, hieß es. An einem Tatort hätten sie vier Leichen und ein schwer verletztes Schussopfer gefunden, sagte Corpus. In der Nähe, in einem weiteren Betrieb, seien drei Menschen durch Schüsse getötet worden.

Der Tatverdächtige sei später in seinem Fahrzeug zu einer Polizeiwache gefahren und auf dem Parkplatz in Gewahrsam genommen worden. Die Ermittler glauben, dass der Mann in einem der Betriebe arbeitete. Bei den Opfern würde es sich vermutlich um andere Landarbeiter handeln, hieß es.

US-Präsident Joe Biden nannte die Tat einen "sinnlosen Akt der Waffengewalt" und versprach der Gemeinde die volle Unterstützung der Regierung. "Die Geißel der Waffengewalt in ganz Amerika" erfordere strengere Waffengesetze, schrieb der demokratische Präsident am Dienstag. Auch der kalifornische Gouverneur, Gavin Newsom, drückte seine Betroffenheit aus. "Tragödie über Tragödie", schrieb der Demokrat auf Twitter. Er habe am Montag gerade Verletzte von dem Vorfall in Monterey Park im Krankenhaus getroffen, als er über die nächste Schießerei in Half Moon Bay informiert worden sei, so der Politiker. Newsom setzt sich schon lange für schärfere Waffengesetze ein.

Waffengewalt und tödliche Angriffe dieser Größenordnung gehören in den USA zur traurigen Normalität. Erst am Wochenende hatte ein Schütze am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest in Südkalifornien in einer Tanzhalle das Feuer eröffnet. Zehn Menschen starben an dem Tatort in Monterey Park, ein weiteres Opfer erlag am Montag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 72-jähriger Mann, war am Sonntag leblos in seinem Lieferwagen gefunden worden. Er habe sich das Leben genommen, als eine Sondereinheit der Polizei seinen Wagen umstellte, hieß es.

Bei Schüssen in einem Zentrum für Jugendliche im US-Bundesstaat Iowa kamen indes zwei Schüler im Alter von 16 und 18 Jahren ums Leben. Ein weiterer Mann wurde bei dem Vorfall in der Stadt Des Moines schwer verletzt, wie die örtliche Polizei am Montagabend mitteilte. Es handle sich dabei um den 49-jährigen Gründer der Einrichtung, der noch versucht habe, den Schützen aufzuhalten.

Kurze Zeit nach den Schüssen am Montagmittag seien drei Verdächtige festgenommen worden, hieß es weiter. Gegen einen von ihnen, einen 18-Jährigen, sei unter anderem Anklage wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes an einer dritten Person erhoben worden. Er sei in Besitz einer Handfeuerwaffe gewesen, hieß es. Aufgrund eines weiteren, nicht näher benannten Waffendeliktes habe er eine elektronische Fußfessel getragen, die er etwa 16 Minuten vor der Tat abgenommen habe. Sowohl der mutmaßliche Täter, als auch die beiden Opfer seien Mitglieder rivalisierender Gangs. Tatmotiv seien Konflikte zwischen den Gruppen, hieß es.

Die betroffene Bildungseinrichtung richtet sich besonders an Jugendliche, die mit schwierigen Umständen zu kämpfen haben. "Alle jungen Menschen verdienen eine Chance, über die Umstände, in die sie hineingeboren wurden, hinauszuwachsen und ihr geistiges, emotionales, körperliches und wirtschaftliches Potenzial auszuschöpfen", heißt es auf der Webseite des Programms. Besonders diese Schule sei dazu da, Jugendlichen zu helfen, die am meisten Hilfe brauchten, sagte Paul Parizek von der örtlichen Polizei.