Kalabrien pumpt EU-Geld ins Nationalteam:
1,8 Mio. € Fördergelder in Fußball investiert

Mittel waren für Wirtschaft und Tourismus gedacht EU-Kommission kündigt nun genaue Prüfungen an

Der italienischen Region Kalabrien droht Ärger, weil sie 1,8 Millionen Euro EU-Steuergeld für die italienische Fußball-Nationalmannschaft ausgegeben haben soll. Die Entscheidung, die Fußballer mit EU-Mitteln zur Förderung von Wirtschaft und Tourismus zu unterstützen, wird nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel genau geprüft. "Die Kommission fordert von Kalabrien Klarheit über diese besondere Investition", sagte ein Sprecher der Behörde.

Dabei geht es um EU-Fördermittel von sechs Millionen Euro, die der italienischen Region für den Zeitraum 2008 bis 2010 überwiesen wurden, um Wirtschaft und Tourismus anzukurbeln. 1,8 Millionen davon hat die Region für die Unterstützung der Fußball-Weltmeister ausgegeben. Man erhoffe sich mit dieser kostspieligen Werbemaßnahme einen Aufschwung für den heimischen Tourismus, hieß es. Kalabrien im Süden Italiens ist eine der ärmsten Regionen des Landes.

Die Regionen in der Europäischen Union hätten gewisse Freiheiten bei der Verwendung von Fördermitteln, sagte der Sprecher. "Aber wir können nicht einfach einen Koffer mit dem Geld der EU-Steuerzahler abgeben und sagen 'Hier, habt Spaß damit'."

Umstrittene Gattuso-Werbung
Umstritten ist auch, dass eine halbe Million Euro aus der EU-Förderung für Werbeaufnahmen der Region mit Weltmeister Gennaro Gattuso ausgegeben worden sein soll. Der Kalabrier Gattuso wolle das Geld aber nicht behalten, sondern seiner eigenen Stiftung zur Verfügung stellen, die sich um bedürftige Kinder kümmert.

Bis zum 29. September muss Kalabrien Antworten liefern, ansonsten droht die Rote Karte für das Fußball-Engagement. "Wenn die Prüfer zu der Entscheidung kommen, dass es sich um unrechtmäßige Ausgaben handelt, wird Kalabrien das Geld an die Kommission zurückzahlen müssen", sagte der Sprecher.
(apa/red)