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Konkursantrag gegen
Kärntner Tageszeitung

Gebietskrankenkasse zu Gericht gegangen - Wassermann will abwarten

Konkurs Themenbild © Bild: Thinkstock

Gegen die "Kärntner Tageszeitung" (KTZ) ist von der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK) ein Insolvenzantrag beim Landesgericht Klagenfurt gestellt worden. KTZ-Eigentümer Dietmar Wassermann will offiziell noch nichts davon wissen, er warte auf die Zustellung, dann werde er Entscheidungen treffen, sagte er am Donnerstag. Auch eine Baufirma Wassermanns ist pleite, das Konkursverfahren ist eröffnet.

Der Insolvenzantrag gegen die KTZ ist bereits der zweite binnen eines halben Jahres, KGKK-Obmann Johann Lintner begründete ihn auf APA-Anfrage damit, dass eine Ratenzahlungsvereinbarung nicht eingehalten worden sei. Der Antrag werde nun von Insolvenzrichter Herwig Handl geprüft, sagte Wilhelm Waldner, Pressesprecher des Landesgerichtes Klagenfurt. Laut Lintner hat sich die Situation um die KTZ in den vergangenen Wochen "zugespitzt", neben der nicht eingehaltenen Ratenvereinbarung seien auch laufende Beträge nicht gezahlt worden.

Konkursantrag von September abgewendet

Der Konkursantrag im vergangenen September war von Wassermann noch abgewendet worden. Damals hatte eine Klagenfurter Anwaltskanzlei im Auftrag der Kärntner Arbeiterkammer den Antrag eingebracht. Über die Höhe der aktuellen Außenstände bei der KGKK wurde offiziell nichts bekannt gegeben. Dem Vernehmen nach soll es sich um rund 150.000 bis 200.000 Euro handeln. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter weder im Dezember ihr Weihnachtsgeld erhalten haben noch wurden im Jänner die laufenden Gehälter bezahlt.

Auslieferungsansuchen gegen Wassermann

Gegen Eigentümer Wassermann liegt zudem ein Auslieferungsansuchen der deutschen Justiz vor. Ihm wird Steuerbetrug im großen Stil vorgeworfen. Wassermann hatte gegen die Auslieferung Einspruch erhoben und die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht Graz entscheidet am kommenden Mittwoch darüber. Die deutsche Justiz wirft Wassermann vor, den Fiskus um mindestens 3,8 Millionen Euro an Mehrwertsteuer betrogen zu haben. Wassermann war eigenen Angaben zufolge bereits 2007 in Deutschland zu 5,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden, in Deutschland sei er ein "Staatsfeind", man habe ihn ausgewiesen.

Am Donnerstag wurde am Landesgericht auch über die DW Baugesellschaft aus Lieserbrücke (Bezirk Spittal) ein Insolvenzverfahren eröffnet. Dort ist Dietmar Wassermann Geschäftsführer. Die DW Baugesellschaft ist 100-prozentige Tochter der MS 4 Consulting, die zur Gänze Dietmar Wassermanns Sohn Daniel Wassermann gehört und in deren Eigentum - indirekt über Wassermanns Firmengeflecht - auch die KTZ steht. Wie hoch der Schuldenstand der DW Baugesellschaft ist, wussten vorerst weder Barbara Wiesler vom KSV noch Rechtsanwalt Rolf Gabron, der zum Masseverwalter bestellt wurde.

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