Insolvenz von

"Kärntner Tageszeitung"
wird eingestellt

Masseverwalter: Kein Investor gefunden werden und laufenden Kosten sind zu hoch

Die KTZ sperrt zu. © Bild: APA/Gert Eggenberger

Die traditionsreiche "Kärntner Tageszeitung" (KTZ) wird am (morgigen) Freitag zum letzten Mal erscheinen, der Betrieb wird geschlossen. Die KTZ war nach der "Kleinen Zeitung" und der "Kronen Zeitung" die drittgrößte Tageszeitung des Bundeslandes. Von der Pleite sind 27 angestellte Mitarbeiter betroffen, die Schulden dürften sich insgesamt auf bis zu vier Millionen Euro belaufen.

Schon länger steckte das Blatt in finanziellen Turbulenzen. 2010 hatte die SPÖ die im Jahr 1945 als "Neue Zeit" gegründete Parteizeitung an Private verkauft. Es folgte ein schrittweiser Eigentümerwechsel. Zuletzt gehörte die KTZ dem Oberkärntner Unternehmer Dietmar Wassermann. Dieser war vor wenigen Wochen untergetaucht, nachdem ein Haftbefehl der deutschen Justiz, die ihn wegen millionenschweren Mehrwertsteuerbetrugs sucht, rechtskräftig geworden war.

Erst am Dienstag dieser Woche war das Insolvenzverfahren gegen die KTZ eröffnet worden. Vorausgegangen war ein Konkursantrag der Kärntner Gebietskrankenkasse. Eine Nachfrist zur Bezahlung von Außenständen lief ungenützt ab. Masseverwalter Gerhard Brandl führte noch Gespräche mit potenziellen Investoren, erfolgsgekrönt waren diese jedoch nicht. Weil die laufenden Kosten "weitaus höher" als die vorhandenen Mittel seien, stellte er den Antrag auf Betriebsschließung. Die Zustimmung des Konkursrichters sei ein "Formalakt".

Chefredakteurin: Gehen erhobenen Hauptes

Chefredakteurin Claudia Grabner hat für die letzte Ausgabe den Umfang der Zeitung auf 80 Seiten aufstocken lassen, 18 Seiten werden dem Ende der KTZ gewidmet. "Es wird ein Abschied hoch erhobenen Hauptes sein - und auch mit einem lachenden Auge. Wir sind voller Stolz auf unsere Leistung."

Die Reaktionen auf die Schließung waren von Bestürzung geprägt. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), frühere und aktuelle Mitarbeiter sowie Kollegen von anderen Medien bekundeten ihre Betroffenheit. "Es ist ein trauriger Tag für die Kärntner Medien- und Politiklandschaft. Eine sehr deutlich formulierende Stimme fällt weg", sagte etwa Samo Kobenter, ehemaliger KTZ-Redakteur und nunmehriger Sektionschef im Sportministerium zur APA.

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