Kärntner erschlug Obdachlosen mit Stein: Lebenslange Haft für 26-jährigen Kärntner

Landesgericht Klagenfurt: Urteil nicht rechtskräftig Richter offen: "Kein Mord sondern Hinrichtung"

Zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes an einem Obdachlosen (34) ist ein 26-jähriger Kärntner am Landesgericht Klagenfurt verurteilt worden. Laut Staatsanwalt Friedrich Borotschnik hatte der Angeklagte im Dezember vergangenen Jahres einen Bekannten auf einem Parkplatz mit einem Stein erschlagen sowie mehrfach auf den Leblosen eingestochen. Der Kärntner gab als Motiv an, vom Obdachlosen "sexuell missbraucht" worden zu sein. Er wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

"Das Opfer war völlig ahnungslos", schilderte Ankläger Borotschnik dem Geschworenensenat. Der 26-Jährige habe den Obdachlosen unter einem Vorwand auf den Parkplatz des Klagenfurter Fernheizwerkes gelockt und hinterrücks ermordet. Erst habe er sein Opfer mit einem Stein niedergeschlagen, dann den 1,1 Kilogramm schweren Brocken dazu verwendet, um ihn gegen den Kopf des röchelnden Mannes zu schleudern.

"Dann hat der Angeklagte versucht, ihm mit einem Steakmesser die Kehle durchzuschneiden", führte der Staatsanwalt aus. "Um sicher zu gehen" habe er zum Schluss mit der Waffe mehrfach in den Hals des Obdachlosen gestochen. Die Eignung des Messers als "Mordwaffe", habe der Kärntner zuvor "am Überzug eines Couch-Sessels" ausprobiert, erklärte Borotschnik.

Nach der Tat sei der Angeklagte in seine nahe gelegene Wohnung "geflüchtet", mehrere Stunden später habe er die Polizei angerufen und sich widerstandslos festnehmen lassen. "Er war jedoch nicht zurechnungsunfähig und in der Lage das Unrecht seiner Tat zu erkennen", berief sich der Staatsanwalt auf das psychiatrische Gutachten des Sachverständigen Max Neumann.

"Ich fühle mich schuldig", erklärte der Angeklagte auf Frage von Richter Manfred Herrnhofer. Sein späteres Opfer habe sich "sexuell genähert" und "ich wollte ihm eins auswischen", sagte der 26-Jährige. Der wegen diverser Aggressionsdelikte Vorbestrafte - zuletzt wurde er wegen einer Drohung gegenüber einer Justizwachebeamtin verurteilt - erzählte den Geschworenen aus seiner Jugendzeit: "In der dritten Klasse Hauptschule hab ich mit Alkohol und Haschisch angefangen, seither konsumierte ich regelmäßig Drogen, von Kokain und Heroin bis Ecstasy".

"Mein Mandant ist durch jahrelangen Drogenmissbrauch immer aggressiver geworden", erklärte der Pflichtverteidiger des Angeklagten. Zudem sei er als Kind von seinem Onkel sexuell missbraucht worden.

Staatsanwalt Borotschnik forderte in seinem Schlussplädoyer lebenslänglich. Die Geschworenen folgten dem Ansinnen des Anklägers ohne Gegenstimme. Zudem wurde der Mann in eine Anstalt eingewiesen. "Es war kein Mord sondern eine Hinrichtung", sagte Richter Herrnhofer abschließend. Der Angeklagte erbat sich drei Tage Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

(APA/red)