Kommunalwahlen von

Kärnten hat gewählt: Klagenfurt
bekommt erstmals Bürgermeisterin

SPÖ erobert Klagenfurt nach 42 Jahren zurück. Mathiaschitz erste Frau an der Spitze.

Maria-Luise Mathiaschitz © Bild: APA/Gert Eggenberger

Die SPÖ hat bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag in Kärnten die Landeshauptstadt Klagenfurt nach 42 Jahren zurückerobert. Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) gewann gegen den bisherigen Amtsinhaber Christian Scheider (FPÖ) mit 53,3 zu 46,7 Prozent. Mathiaschitz will bereits am Montag mit Gesprächen über künftige Zusammenarbeitsmöglichkeiten beginnen, Scheider will in der Politik bleiben.

Mathiaschitz meinte nach dem Wahlsieg, dies sei der Lohn für die Arbeit der vergangenen sechs Jahre. Die Klagenfurter Bevölkerung habe sich für eine Veränderung entschieden. Sie will nun Koalitionsgespräche führen, ihre Präferenz ist eine rot-schwarz-grüne Zusammenarbeit wie auf Landesebene. Scheider führte seine Niederlage auf die "schwierigen Rahmenbedingungen" zurück, zumal diesmal die SPÖ starken Rückenwind verspürt habe, die FPÖ hingegen Gegenwind. Zurücktreten will er nicht, er sei zwar kein Sesselkleber, wolle aber gerne für Klagenfurt weiterarbeiten.

"Historischer Sieg"

SPÖ-Chef Peter Kaiser, der sich mit einem riesigen Rosenstrauß bei der Wahlsiegerin einstellte, meinte gegenüber der APA, es habe sich gezeigt, dass "Geschlossenheit und Entschlossenheit Früchte tragen", Mathiaschitz habe einen historischen Sieg errungen. Dieser sei für die Stadt ein Befreiungsschlag. Kaiser: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen wird, damit Klagenfurt den Staub, den die vielen offenen Baustellen hinterlassen haben, abschütteln und als Landeshauptstadt im Vergleich zu den anderen Landeshauptstädten wieder glänzen kann." Er sicherte ihr seine vollste Unterstützung dafür zu.

FPÖ-Obmann Christian Ragger meinte in einer ersten Reaktion gegenüber dem ORF Kärnten, der große Einsatz Scheiders sei leider nicht belohnt worden. Die FPÖ werde als zweitstärkste Partei in Klagenfurt "die Ärmel aufkrempeln", und weiter für die Bürger arbeiten, so Ragger.

Mathiaschitz und Scheider
© APA/Gert Eggenberger Mathiaschitz mit dem bisherigen Bürgermeister Scheider

Nach der Stichwahl stellt die SPÖ weiterhin die Bürgermeister in neun der zehn Bezirksstädte. Denn dem Sieg in Klagenfurt steht die Niederlage in Feldkirchen gegenüber, wo Amtsinhaber Robert Strießnig gegen seinen ÖVP-Konkurrenten Martin Treffner verlor. Strießnig kündigte als Konsequenz seinen Rücktritt an. Weitermachen kann Siegfried Ronacher in Hermagor, der mit sieben Stimmen gegen den ÖVP-Kandidaten Leopold Astner gewann.

Erstmals Gleichstand in Kärnten

Totalen Gleichstand gibt es in Preitenegg, beide Kandidaten erhielten je 365 Stimmen. Das hat es in Kärnten noch nie gegeben, ist aber geregelt, es muss eine weitere Stichwahl geben. Eindeutig war hingegen das Ergebnis in St. Georgen im Lavanttal, wo Karl Markut für das Team Stronach das Bürgermeisteramt hielt. Die slowenische Einheitsliste stellt nun zwei Gemeindechefs. Nach Franz-Josef Smrtnik in Bad Eisenkappel vor zwei Wochen kam am Sonntag Globasnitz hinzu, wo Bernard Sadovnik die Stichwahl gegen den bisherigen SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Wölbl gewann.

Insgesamt gewann bei diesen Kommunalwahlen die ÖVP etliche Bürgermeister dazu, die SPÖ verlor einige, die FPÖ allerdings noch mehr.

Kommentare

Eine BürgermeisterIN in Klagenfurt. Na endlich! Die Vernunft siegt doch noch. Obwohl sie in Kärnten ein schweres Erbe antreten muss.

Sieht so aus, als hätten die Kärntner die Veränderung gewählt. Was meinen Sie dazu Christian, daß Ihre Gebete endlich erhört wurden?

11223344 melden

na dann kann ja nichts mehr schief gehen wenn eine rote bürgermeisterin am werk ist.

higgs70
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naja, was soll noch viel schiefgehen? Kein Geld,keine Infrastruktur und miserabelste Zukunftsausichten und wenn die alte Janis Joplin recht hatte und "freedom's just another word for nothing left to lose" ist, dann sind die dort der freieste Haufen, den in diesen Breiten die Welt je gesehen hat.
Aber zugegeben, fürs Kasperletheater und Umwegrentabilitätsstadien wie bisher ist sie völlig ungeeignet und den Saufkumpan beim örtlichen Sautreiben wird sie wohl auch nie geben, aber ich denke man schläft besser und es ist billiger.

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