Kärnten-Wahl von

SPÖ als "neue"
Arbeiterpartei?

Wanderung von FPÖ-NR-Wählern zur SPÖ

Kärnten-Wahl - SPÖ als "neue"
Arbeiterpartei? © Bild: Sozialdemokratische Partei Österreichs / rotbewegt.at

Nicht die FPÖ - wie andere Meinungsforscher auswiesen -, sondern die SPÖ hat sich bei der Kärnten-Wahl als "die" Arbeiterpartei erwiesen: 46 Prozent der Arbeiter wählten die SPÖ, nur 31 Prozent die FPÖ, ergab eine Analyse des Instituts für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung (IwsmF) von Andreas Kohlsche. Auch bei den Wählerströmen kommt er zu anderen Ergebnissen als SORA/ORF.

Wer an wen Wähler abgibt, von wem Wähler gewonnen hat und wer in welchen Wählergruppen wie viel holte, interessiert nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Parteien. Diese Untersuchungen erfolgen nach unterschiedlichen Methoden - und sie liefern teilweise ziemlich unterschiedlich Ergebnisse.

FPÖ-Wähler wechselten zur SPÖ...

So identifizierte Kohlsche den größten Wählerstrom zwischen Nationalratswahl 2017 und der gestrigen Landtagswahl im Wechsel von 20.150 FPÖ-Wählern zur SPÖ. Weitere 17.200 FPÖ-Wähler blieben seiner Analyse nach bei der Landtagswahl zu Hause - und von den ÖVP-Nationalratswählern sogar 19.400. Der Wechsel von der ÖVP zur SPÖ war für Kohlsche der viertgrößte Wählerstrom (11.200).

... oder blieben daheim

Die SORA/ORF-Wählerstromanalyse kam zu einem anderen Schluss: Demnach war die größte Bewegung, dass 32.000 FPÖ-Nationalratswähler bei der Landtagswahl zu Hause blieben. Zur SPÖ wechselten aus Sicht von SORA nur 7.000 Ex-Blaue - und ebenso viele zum Team Kärnten. Zweitgrößter Wählerstrom war in dieser Analyse der Abschied von 27.000 ÖVP-Wählern Richtung SPÖ, drittgrößter der Verlust von 19.000 ÖVP-Stimmen an die Nichtwähler.

Zu anderen Schlüssen als Kohlsche kommt SORA/ORF - ebenso wie Peter Hajek/ATV - teilweise auch in der Frage, wie die diversen Wählergruppen gewählt hab. Besonders augenscheinlich in der Frage, wie die Arbeiter wählten: SORA sieht in dieser Gruppe 39 Prozent für die SPÖ und 40 für die FPÖ, Hajek 47 Prozent bei der FPÖ und nur 35 Prozent bei der SPÖ. Laut Kohlsche ist es umgekehrt: Er ortete 31 Prozent FPÖ- und 46 Prozent SPÖ-Wähler in der Gruppe der Arbeiter.

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