Kärnten-Wahl von

Schwere Niederlage für die FPK

SPÖ und Grüne gewinnen dazu, ÖVP hält sich überraschend gut - Stronach im Landtag

  • Peter KAiser jubelt
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    Jubel bei der SPÖ

    Erstmals seit 1989 konnte die SPÖ unter Peter Kaiser den Landeshauptmann in Kärnten erobern.

  • Peter KAsier Freude.
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    Peter Kaiser

    Der 54-Jährige Klagenfurter wird Gerhard Dörfler (FPK) als Landeshauptmann ablösen.

Die FPK unter Gerhard Dörfler hat die Kärntner Landtagswahlen verloren: Die Partei verlor fast 28 Prozent und damit mehr als die Hälfte ihrer Wähler. Die SPÖ legte hingegen deutlich zu, Spitzenkandidat Peter Kaiser stellt den Anspruch auf den Landeshauptmann. Vorläufiges Endergebnis: SPÖ 37,14; FPK 17,11; ÖVP 14,21; Grüne 11,83; Team Stronach 11,26; BZÖ 6,48 Prozent - Wahlbeteiligung 71,43 Prozent.

Die Landtagswahl in Kärnten hat am Sonntag einen Totalabsturz der FPK gebracht, den es in diesem Ausmaß in der Zweiten Republik noch nie gegeben hat. Die Freiheitlichen verloren 27,78 Prozentpunkte und fielen von knapp 44,89 Prozent im Jahr 2009 (damals als BZÖ) auf 17,11 Prozent. Die SPÖ legte um 8,4 Prozentpunkte auf 37,14 Prozent zu und ist damit klarer Wahlsieger. Die ÖVP hielt trotz leichter Verluste ihren Landesratsposten, den Sprung in die Regierung schafften auch die Grünen und das Team Stronach. Das BZÖ kommt in den Landtag, den angestrebten Landesratssessel verfehlte es aber deutlich.

Die FPK verlor drei ihrer vier Regierungssitze und elf ihrer bisher 17 Mandate. Die SPÖ gewann einen Landesrat und drei Mandate dazu, sie hat nun 14 Abgeordnete. Die ÖVP verlor 2,62 Prozentpunkte und hat nun 14,21 Prozent, damit verlor sie ein Mandat und hat nun fünf Abgeordnete. Die Grünen konnten sich von 5,15 auf 11,82 Prozent mehr als verdoppeln, sie haben ebenso vier Mandate wie das Team Stronach, das 11,26 Prozent erreichte. Die Orangen schafften 6,48 Prozent und stellen künftig drei Abgeordnete im Kärntner Landesparlament.

Kärntner Waglergebnis 2013
© APA/Martin Hirsch
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Dörflers Zukunft offen

FPK-Spitzenkandidat Gerhard Dörfler stellte in einer ersten Reaktion fest: "Gerhard Dörfler ist durchgerasselt, ich bin Landeshauptmann außer Dienst." Ob er in der Politik bleibt, ließ Dörfler offen. Parteichef Kurt Scheuch will nicht zurücktreten, man gewinne gemeinsam und verliere gemeinsam, meinte er. SPÖ-Chef Peter Kaiser freute sich darüber, dass nun "klare Verhältnisse" herrschen, er stellt den Anspruch auf den Landeshauptmann. Vordringlichste Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung das Vertrauen in die Politik zurückgewinne. Grün-Abgeordneter und künftiger Landesrat Rolf Holub meinte: "Ganz Kärnten hat gewonnen." ÖVP-Landesrat Wolfgang Waldner, der nun in Kärnten bleiben wird, meinte, die konstruktiven Kräfte hätten gesiegt. BZÖ-Chef Josef Bucher sieht mit dem gelungenen Einzug in den Landtag seine Orangen im Aufwind, die "Totenglocken", die manche bereits ausgepackt hätten, "werden stumm bleiben". TS-Spitzenkandidat Gerhard Köfer bezeichnete sein Abschneiden als "sensationell", wer in die Regierung einziehen wird, stehe aber noch nicht fest.

Politologen und Meinungsforscher waren vom Ausmaß der FPK-Verluste in Kärnten größtenteils überrascht. Der Politikberater Thomas Hofer sprach etwa von einem "Erdrutsch in einer ungeahnten Dimension", Meinungsforscher Peter Hajek von der Abwahl einer Ära. Tatsache ist, dass die Freiheitlichen keine Chance auf den Erhalt des Landeshauptmannes haben, eine rot-grüne Koalition ginge sich zwar auf Regierungsebene aus, im Landtag fehlt den beiden Parteien aber ein Mandat für eine Mehrheit. Am Sonntagabend wurde aber erst einmal gefeiert, lediglich die Freiheitlichen hatten auf das Ausrichten einer Wahlparty von vorneherein verzichtet.

Am Montag beginnen die ersten Beratungen der Parteigremien, FPK, ÖVP und SPÖ haben Vorstandssitzungen einberufen. Grüne und BZÖ werden am Dienstag tagen.

Kaiser will Landeshauptmann werden

"Ich stelle damit den Anspruch als Landeshauptmann von Kärnten", so Kaiser wörtlich nach dem Bekanntwerden der ersten Hochrechnung, die er in der gut gefüllten Parteizentrale in Klagenfurt mitverfolgt hatte. Er will nun alles dazu tun, dass die Kärntnerinnen und Kärntner das Vertrauen in die Politik wieder zurück gewinnen. Zwar schloss er abermals eine Zusammenarbeit mit der FPK, die am Sonntag herbe Verluste einfuhr, aus. Man wolle aber niemanden "ins Eck stellen", betonte der SPÖ-Landesobmann.

Bundeskanzler Werner Faymann hat am Sonntag seinem Kärntner Landesparteichef Peter Kaiser zum Wahlsieg gratuliert. Faymann sprach in einer Aussendung von einer "Trendwende in Kärnten". Das Ergebnis sei ein "klares Votum für seriöse Politik im Interesse der Bürgerinnen und Bürger". Kaiser habe auf die richtigen Themen Bildung, aktive Arbeitsmarktpolitik und sozialen
Zusammenhalt gesetzt und damit die Zustimmung der Menschen in Kärnten gewonnen.

Experten vom Ausmaß der FPK-Verluste überrascht

Politologen und Meinungsforscher zeigten sich am Sonntag im APA-Gespräch vom Ausmaß der FPK-Verluste in Kärnten größtenteils überrascht. Der Politikberater Thomas Hofer sprach etwa von einem - trotz der im Vorfeld prognostizierte Einbußen bei den Freiheitlichen - "Erdrutsch in einer ungeahnten Dimension." Vier Jahre nach dem Tod von Jörg Haider sei das Ende eine Ära angebrochen. "Ein System ist implodiert."

Der Erfolg der SPÖ - die zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik nun fünf Landeshauptleute stellt - sei allerdings auch auf die Schwäche der FPK zurückzuführen. "Aber dass Rote und Grüne so viele Stimmen auf sich vereinen, auch wenn sich eine Zweier-Mehrheit in der Landesregierung nicht ausgeht, ist für Kärntner Verhältnisse ein wirklicher Umbruch."

Briefwahlprognose: Ein Mandat mehr für die Grünen

Die Briefwähler werden in Kärnten ein Mandat verschieben - vom BZÖ zu den Grünen. Dies ergibt die Prognose von SORA/ORF. Damit kämen die Grünen letztlich auf fünf (statt vier) und das BZÖ auf zwei Mandate (statt drei). Bei der vorigen Wahl im Jahr 2009 waren die Grünen überhaupt erst mit Auszählung der Briefwahl in den Landtag gekommen. Die Wahlbeteiligung steigt mit der Briefwahl zwar auf 75,7 Prozent, bleibt damit aber immer noch die niedrigste, die es je im Lande gab.

Für die anderen Parteien ändert die Briefwahl nichts am Mandatsstand: Die FPK bleibt bei sechs, die SPÖ bei 14, die ÖVP bei fünf und das Team Stronach bei vier. Als endgültiges Ergebnis prognostiziert SORA für die FPK ein Ergebnis sogar knapp unter 17 Prozent (16,8), fast gleiche 37,1 für die SPÖ und 11,2 für das Team Stronach sowie ein bisschen mehr (14,4 Prozent) für die ÖVP und die Grünen (12,1). Die sonstigen Parteien kommen demnach auf 2,0 Prozent.

Kommentare

Das Wahlergebnis ist für Kärnten das Beste.Haiders Erben wurden wieder hinter den Wald verscheucht,denn dort sind sie gut aufgehoben.
Die Scheuchs,Dörfler,und Konsorten,haben bei öffentlichen Auftritten doch immer ihr etwas "zurückgebliebenes"Flair gepflegt.Mit Erfolg,siehe Wahlergebnis:-)...

Oliver-Berg

Gratuliere allen Kärntnern, die sich die Schmierenkomödie der FPK nicht länger gefallen lassen wollten und die freiheitliche Buberlpartie, die sich jahrelang bedient haben und korrumpiert wurden, abgewählt haben. Hoffentlich kommt was besseres nach und nicht wieder ein Partei-hick-hack.

Bananenbiager melden

@ War Lord
Sie haben in einem Kommentar gemeint....ich an seiner Stelle hätte heute sicher einen Schlaganfall erlitten...

Erklären Sie mir bitte wie das gehen soll, wenn das wichtigste Teil fehlt^^

Ignaz-Kutschnberger
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...glaub Sie haben das eh ganz gut erläutert... da spare ich mir weitere Ausführungen ;-) ...vlt könnte man mit den Scheuchs und einigen Witwentröstern die Partei von Grund auf NEU aufstellen??...

Wow, ich muss gestehen, ich bin sprachlos und ich habe die Kärntnerinnen und Kärntner vollkommen unterschätzt. Denn diese Wahl war ja keine politisch ideologische, sondern eine zwischen Vernunft und Leere. Und vor allem ging es um die Frage, ob dort weiter am Lande klebt was sich von diesem nicht zu unterscheiden vermag und die Landeskasse zum Privatbörsel erklärt, obs dort weiter prozentelt und Kulturgut verschimmelt und ob sich weiter wer am Land und im Ton vergreift.
Diesmal haben die Kärntner genau hingesehen und die Antwort auf diese Frage war ein klares "Schleicht's eich!!"
Bravo!

Ignaz-Kutschnberger
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Was sagen die Scheuch-Baum zu dieser Katastrophe...

Ignaz-Kutschnberger
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*Buam

Ignaz-Kutschnberger
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Au Waunsinn diese größte Schlappe seit dem Verlust von Südtirol !!!

Ignaz-Kutschnberger
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Ich bin sooo froh dass der Jörg das nicht miterleben hat müssen...

Robert Cvrkal
Robert Cvrkal melden

Die Wahlen in Kärnten und in Niederösterreich sind geschlagen, doch ist wirklich die Bevölkerung der Sieger?

http://www.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/politik/noe-wahl-und-kaernten-wahl-sind-geschichte-d495727.html

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Aber sicher! Zumindest die Kärntner können jetzt wieder auswärts fahren ohne sich ein Papiersackl über den Kopf zu stülpen und einen fremden Dialekt zu immitieren;-))

Wissen's ein guter Bekannter aus Kärnten hat kürzlich, als ich ihn darauf angesprochen hab, zu mir gesagt: " Es ist nicht nur dieses fassungslose Entsetzen, was einen da eigentlich in der Politik vertritt, es ist auch diese Hilflosigkeit, was man sagen soll, wenn Auswärtige fragen, was bei uns eigentlich los ist. Man druckst herum und hat irgendwie immer das Gefühl ein großes "Depp" auf die Stirn tätowiert zu haben"

Sehen Sie und das ist jetzt nimmer so und da fragen Sie ob die Bevölkerung wirklich der Sieger ist?

Hugo-Boatwisch melden

Egal wie man wählt - für Niederösterreich ist das Ergebnis sicher nicht gut! Aber das Volk ist selber schuld!

Elcordes melden

Der Dörfler ist Geschichte und jetzt kommt die Sintflut. Die Roten und der Kaiser sind jetzt erstarkt und jetzt beginnt der Ausverkauf Österreichs. Raus mit dem Geld ins Ausland, Schweinepest und Eiercholera nach Österreich. Mal sehen wie lange die Österreicher jetzt durchhalten werden ohne Geld und den Eu Fraß.

eintiroler melden

@Elcordes:
uns gehts ja in Österreich so schlecht, was?
Lieber die Schweinepest und Eiercholera und den EU Fraß wie die Blaue-Pest!!!

Elcordes melden

Habs noch vergessen, auf die Tore und rein mit dem Gesindel.
Zu Kreiskys Zeiten gings uns noch besser, ja, doch was die da an der Regierung fabrizieren sind ja schon die letzten Atemzüge. Das ist doch keine SPÖ mehr im Sinne der Österreicher, der Faymann würde seine Mutter für Kamele verkaufen. Und was die ÖVP macht ist doch ein Eiertanz. Beispiel, warum bekommt jeder Tscheche, Slowake am Hochkar günstigere Liftkarten als uns einer ??

eintiroler melden

@Elcordes:
sie sind ein typischer FPÖ Wähler,
nur das Thema Ausländer im Kopf.
Sie sind schon ein armes Wichterl.

simm1111
simm1111 melden

@eintiroler:
Dann geh mal auf der Ottakringerstraße oder Thaliastraße spazieren du Schlaumayer!!!

eintiroler melden

@simm1111:
und sie meinen, wenn die blauen vorne sind ändert sich das??
Mehr Zuwanderungen wie bei blau-schwarz hat es noch nie gegeben, sie Schlaumayer!
Aber was will man von Rassisten mehr erwarten!

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Als ob Zuwanderung in Kärnten ein Thema wäre. Glaubens vielleicht, dass sich irgendwer freiwillig in ein devastiertes, ausgeblutetes Land begibt? Als Kärntner selbst brauchen Sie ja heute schon ein gerütteltes Maß an patriotischem Idealismus um dort zu leben. Die Einheimischen flüchten, es ist also genau umgekehrt. Arbeitslosigkeit haben die bis zum Abwinken und Manövriermasse ist auch keine mehr da. Die haben keine Zuwanderung und kriegen nicht mal welche, wenn sie sie wollen, denn die hatten Jörg und Gerhard und jetzt den Scherben auf.
Einzig den Zuzug aus Oberösterreich werden sie künftig wohl streng kontrollieren, schätze ich, denn die Auswirkungen kennen sie und die waren fatal.

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@Elcordes:
Haben Sie geschlafen? Zur Erinnerung: Die Freiheitlichen haben Kärnten veruntreut!! Kärnten war vor der Pleite und musste vom Bund (Steuerzahler) gerettet werden. Höchste Zeit, dass unfähige Schuldenmacher verjagt werden!!!

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Ich bewundere Strache ...ich an seiner Stelle hätte heute sicher einen Schlaganfall erlitten...

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...naja, wer weiß, a bissl blass war er eh. Aber wie ich schon vor einem Jahr gesagt hab, der Kärntner Klotz, den er sich da ans Bein gebunden hat, wird ihm noch schwer zu schaffen machen. Selber schuld;-))

eintiroler melden

Danke KärnterInnen!!
Strache und seine korrupten braunen Gefolgsleute haben endlich mal eine "Watschn" bekommen.
Das war der erste Streich, der nächste folgt sogleich!!
Ich mag zwar den Stonach nicht, aber er kostet den Blauen die Stimmen, und das zählt!!

eintiroler melden

So, soeben ist die Hochrechnung von NÖ gekommen, FPÖ papa!!
Und wieder hat der sinnlose Stronach den Blauen die Stimmen gekostet!

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Stronach ist sinnlos..wie wahr..aber die blauen sind ewrig gestrige..im wahrsten sinne der worte..der schreier strache erinnert mich jedesmal an div.dokus..von gestern..und daher unwählbar, da ist der glatzerte allemal das bessere übel

robertblum melden

woh wird der strohsack seine zwei judas einsetzen wenn sie in sptittal a.m.und st georgen i.lvt.den bürgemeistersessel verlieren werden !als schloßgespenster in reifnitz !oder den wunderheiler aus stittal m.gegen die schweinepest ?

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