Fakten von

Kärnten-Wahl: NEOS wollen politischen Boden "aufackern"

Spitzen der Partei zum Wahlkampfautakt in Kärnten

Mit geballter überregionaler Unterstützung sind die NEOS Kärnten am Dienstagabend in den Landtagswahlkampf gestartet. Neben Parteichef Matthias Strolz und der Abgeordneten Irmgard Griss war auch Europaparlamentarierin Angelika Mlinar gekommen, um den Auftakt vor etwa 100 Anhängern zu zelebrieren. Als Kernthemen wurden Bildung und der Kampf gegen die Abwanderung genannt.

"NEOS ist angekommen, eine ernst zu nehmende Kraft in Österreich", gab sich Landessprecher Hermann Bärntatz zu Beginn der Veranstaltung zuversichtlich. Vor der Wahl in Niederösterreich habe man gehört, "das wird nichts werden": "Nun sind wir in Kärnten aber davon überzeugt, dass wir das gleiche schaffen können, wie die NEOS in Niederösterreich. Wir starten mit einem guten Gefühl!" Im Wahlkampf in Kärnten seien viele Menschen tätig, denen es nicht um Positionen, Jobs oder Machtgelüste gehe, sondern die einen Beitrag leisten wollen, dass "Gut Leben in Kärnten" funktioniere, zitierte Bärntatz den Slogan des Wahlkampfauftaktes.

Die NEOS treten in Kärnten gemeinsam mit der vergangenen Herbst gegründeten Wahlplattform "Mein Südkärnten - Moja Juzna Koroska" an - eine Zusammenarbeit, über die sich besonders die Abgeordnete zum Europäischen Parlament und Kärntner Slowenin Mlinar freut: "Das ist das richtige Zeichen für das Land - wenn man sich zusammentut, ist man mehr als zwei."

Parteichef Strolz verwies in seiner Rede auf die Arbeit, die die NEOS bereits in anderen Bundesländern geleistet hätten: "Wir haben vielerorts den politischen Boden aufgeackert. An manchen Orten ist der auch ein bisschen härter, so wie in Kärnten. Aber dafür gibt es hier viel Sonne." Strolz geißelte die Höhe der Parteienförderung: "Das politische System bereichert sich auf eine Art, die nicht anständig ist." Geld, das man hier einspare, könne man etwa in eine verbesserte Nachmittagsbetreuung stecken. Großes Problem in Kärnten sei die Abwanderung: "Das tut mir als Herzens-Wahlkärntner weh. Die Chancen wachsen durch mehr Bildung und mehr unternehmerisches Handeln."

Das Bildungsthema griffen auch Landes-Spitzenkandidat Markus Unterdorfer-Morgenstern und der Listenzweite Gabriel Hribar auf: "Wir haben in Kärnten eine gelebte, zweite Sprache, die wir in dieser Region auch wunderbar nutzen können. Daraus wird leider viel zu wenig gemacht", sagte Hribar. Die Klagenfurter Universität solle auch mehr Studienrichtungen anbieten. "Je mehr NEOS im Landtag, desto besser für das Land", schloss Unterdorfer-Morgenstern.

Er wurde zum Schluss des offiziellen Teils von seiner Vergangenheit als Schlagersänger "Marco Polo" eingeholt. "In einem Kommentar hat jemand geschrieben: Wenn der androht, dass er singt, wenn er zu wenig Stimmen bekommt, dann ist mir lieber, ich wähle ihn", scherzte der Spitzenkandidat. Also gab es auch keinen Live-Auftritt - seine Komposition "Let's put Hope in their Eyes" kam aus der Konserve.

Kommentare