Kärnten richtet sich im Tabellenkeller ein:
Ideenloses Team enttäuscht gegen Sturm

Ratloser Frenkie Schinkels: "Bin nicht Harry Potter" Kapitän Weber schon in erster Halbzeit ausgewechselt

Kärnten richtet sich im Tabellenkeller ein:
Ideenloses Team enttäuscht gegen Sturm © Bild: APA/Eggenberger

Der SK Austria Kärnten steckt im Tabellenkeller der tipp3-Fußball-Bundesliga fest. Selbst bei der so lange ersehnten Heimpremiere vor 14.700 Zuschauern in der Hypo Group Arena machten die Klagenfurter am Mittwoch ihrem Ruf als Abstiegskandidat alle Ehre. Beim 0:2 gegen Sturm Graz enttäuschte das neue Schlusslicht der Liga auf allen Linien. Die Steirer hingegen sind als Tabellenzweiter Leader Red Bull Salzburg bis auf einen Punkt auf den Fersen.

"Kompliment an unsere Verteidigung, sie hat ihre Sache sehr gut gemacht", lobte Sturm-Trainer Franco Foda auch seine Hintermannschaft. "Wir wollten über die Seiten zumachen, das hat das Team sehr gut umgesetzt." Den Grundstein zum Sieg legten die Gäste mit einem frühen Kienzl-Treffer schon in der dritten Minute, Samir Muratovic vollendete in der 74. Minute zum 2:0.

Oldie Mario Haas, der gegen Sturm leer ausging, sich aber einmal mehr als agile Schaltstelle in der Offensive präsentierte, meinte: "Wir können sehr zufrieden sein. Wichtig ist, dass wir gewinnen, wer die Tore macht, ist egal." Foda warnte in der Stunde des Erfolgs dennoch schon vor der kommenden Aufgabe: "Das Derby gegen Kapfenberg wird ein sehr schwieriges Spiel."

Offensivspiel lässt zu wünschen übrig
Kärntens Stürmer Wolfgang Mair zeigte sich hingegen bedrückt: "Für uns ist das ganz bitter, wir haben vor 15.000 Fans versagt. Das Offensivspiel der Mannschaft ist derzeit nicht berauschend." Ein harmloser Ausdruck für 90 Minuten ohne Spielwitz, in denen sich zeigte, wie schwer sich die Elf vom Wörthersee tut, wenn sie das Spiel machen muss. "Wir hatten gegen die Grazer, die gut gestanden sind, zu wenig Ideen", resümierte Trainer Frenkie Schinkels. "Es tut mir sehr leid, dass wir die Fans enttäuscht haben. Die Qualität ist einfach nicht da. Ich bin nicht der Harry Potter, wir müssen mit harter, ehrlicher Arbeit kämpfen."

Für Aufsehen sorgte der gebürtige Niederländer mit der Auswechselung seines Kapitäns Manuel Weber schon in der 38. Minute: "Die Kapitänsschleife ist kein Freibrief", ärgerte sich Schinkels über die Vorstellung des 22-Jährigen, den er erst zu Beginn der Saison zu seinem "verlängerten Arm" am Spielfeld gemacht hatte. Dass der Mittelfeld-Akteur sogleich im Kabinengang verschwand, anstatt sich zu seinen Kollegen auf die Ersatzbank zu gesellen, sorgte bei Schinkels noch für zusätzlichen Unmut. "Das ist ein Lernprozess", stellte der Coach ernüchtert fest.
(apa/red)

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