Kärnten statt Pasching in Bundesliga? Laut Haider soll Deal bis Anfang Mai fixiert sein!

Pasching-Boss Grad kündigte Ausstieg aus Liga an "FC Kärnten neu": Schachner & Jara Traineranwärter

Kärnten statt Pasching in Bundesliga? Laut Haider soll Deal bis Anfang Mai fixiert sein!

Nein, es ist kein April-Scherz: Die Serie an Knalleffekten in der Bundesliga scheint nicht abzureißen. Das nächste Kapitel des immer mehr zur "Operettenliga" verkommenden heimischen Fußball-Oberhauses könnte der Ausstieg des FC Superfund Pasching sein, die Oberösterreicher wollen laut Klub-Präsident Franz Grad ihre Bundesliga-Lizenz zur Verfügung stellen. Ein möglicher Abnehmer könnte der derzeit auf Rang sieben der Red-Zac-Erste-Liga liegende FC Kärnten sein. Kärntens Landeshauptmann Haider bestätigte das Interesse: "Es ist ein sehr interessantes Signal, dass Präsident Grad offiziell bestätigt hat. Wir wollen Anfang Mai soweit sein, dass alles unter Dach und Fach ist."

Auch Bundesliga-Vorstand Georg Pangl hält Haiders Zeitplan für realistisch. "Wenn alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen und alle Fragen geklärt sind, dann ist das grundsätzlich möglich", so Pangl.

Bei einer Fusion sind laut Pangl vor allem der Vermögensstand oder etwaige Ausstände der beteiligten Vereine zu klären. Danach kann der Ortswechsel des FC Superfund Pasching nach Kärnten beantragt werden, der von der Hauptversammlung des Klubs bestätigt werden muss. Außerdem müsste sich auch Franz Grad noch als Präsident verabschieden, damit aus dem "Skelett" von Pasching endgültig die große Fußball-Vision von Landeshauptmann Jörg Haider - der FC Kärnten neu mit dem Klagenfurter EM-Stadion als Heimstätte in der T-Mobile Bundesliga 2007/08 - entstehen kann.

Von Seiten des FC Kelag Kärnten war zu erfahren, dass es schon vor längerer Zeit erste Gespräche mit Grad über eine solche Fusion gegeben habe. "Im Sinne des Fußball wäre es optimal, wenn eine solche Lösung gelingt", meinte dazu der mittlerweile beurlaubte FC-Kärnten-Sportdirektor Günther Hafner.

Pasching-Boss Grad hat die Nase voll
"Wir haben dieses Thema durchdiskutiert. Denn das Hickhack rund um die steirischen Vereine ist derart schädlich, dass es gescheiter ist, dass einmal einer geht. Die Grazer feiern ja Konkurse, als ob sie bei den Olympischen Spielen Gold gewonnen hätten", meinte der derzeit auf Lanzarote weilende Grad.

Dass die Kärntner mit Ex-Klub-Präsident Jörg Haider schon kommende Saison statt Pasching in der T-Mobile-Liga spielen könnten, kommentierte Grad folgendermaßen: "Es laufen Gespräche, aber es gibt noch nichts Konkretes. Wenn die Kärntner aber sagen, sie machen mit, dann ist es vielleicht eine Lösung." Man dürfe das Thema FCK allerdings auch nicht überbewerten.

"Nur die Spieler täten mir Leid"
Da es keinerlei finanzielle Verbindlichkeiten gibt, wäre ein Rückzug aus der Liga vergleichsweise "problemlos". "Nur die Spieler täten mir sehr Leid. Aber sonst ist Pasching ein kleiner und kommoder Verein, der jederzeit aufhören könnte."

Der Verdruss des Pasching-Bosses, der die Idee im Rahmen eines Tennisturnieres im Freundeskreis besprach, ist nicht zu überhören. "Wir sind ja auch unseren Sponsoren verpflichtet. Vor allem, wenn es wie bei uns überregionale Sponsoren sind. Um da mitzuspielen, ist mir das Geld der Sponsoren und auch mein Geld viel zu heilig. Schulden machen und dann feiern 'Hurra, wir fangen neu an' - das geht doch nicht. Wenn sich alle mit Prozessen überhäufen und der wichtigste Mann der Masseverwalter ist, sagt das alles. Wir könnten ja den Grazern die Liga schenken, dann könnten sie alleine spielen."

Kärnten bald wieder erstklassig?
Liga-Boss Martin Pucher, der derzeit ein Skandal-Thema nach dem anderen kommentieren muss, meinte dazu: "Grad hat mir derartige Überlegungen mitgeteilt und in den kommenden Wochen eine Finalisierung mit Haider angekündigt. Grad hat mit der Liga gesprochen und gefragt, ob so etwas überhaupt möglich ist. Außerdem könnten drei Klubs aus Oberösterreich im Oberhaus zu viel sein. Ich verstehe seine Überlegungen, bin aber überrascht, dass das heute herausgekommen ist."

Haider bestätigt Interesse
Haider hat bestätigt, dass Interesse an der Fußball-Bundesliga-Lizenz von Pasching bestehe. "Es ist korrekt, dass wir Interesse an der Lizenz der Paschinger haben", erklärte Haiders Sprecher Stefan Petzner.

"Wir arbeiten derzeit am FC Kärnten neu, an einer großen Fußball-Vision und an einer großen Fußball-Sensation." Haiders Traum sei, dass im EM-Jahr 2008 im neuen Klagenfurter EM-Stadion T-Mobile-Fußball gespielt werde.

Auch die Sponsorensuche der Klagenfurter läuft bereits auf Hochtouren. "Das Projekt wird ausschließlich aus Sponsorengeldern und ohne Steuergelder finanziert", erklärte Petzner. "Plan A" ist also die Fusion mit den Paschingern. Sollte dies jedoch scheitern, wäre "Plan B" aktuell - auch in der Red-Zac-Liga würde man einen kompletten Neustart der Kärntner erleben. "Dann wollen wir das Feld von hinten aufrollen", bekräftigte Petzner.

Schachner und Jara als Trainer-Kandidaten
Geplant ist eine Fusion von Pasching und Kärnten, im Oberhaus würde man dann unter dem Namen FC Kärnten auftreten. Laut Petzner wird über Ostern intensiv weiter verhandelt, im Mai könnte es zum Abschluss kommen. Als heiße Kandidaten auf den Trainerjob beim "neuen" FCK gelten Walter Schachner und Kurt Jara.

(apa/red)