Kärnten schickt kein Geld nach Bayern:
Landespolitiker weisen Vorwürfe von sich

"Völlig absurd": Land habe niemanden getäuscht Bayern verlangen einige Mrd. Euro Schadensersatz

Kärnten schickt kein Geld nach Bayern:
Landespolitiker weisen Vorwürfe von sich © Bild: APA/dpa/Gebert

Die Kärntner Regierungskoalition aus FPK und ÖVP hat eventuelle Schadenersatzforderungen Bayerns bzw. der Bayerischen Landesbank (BayernLB) wegen des Debakels um die Kärntner Hypo weit von sich gewiesen. Wie FPK-Finanzlandesrat Dobernig und ÖVP-Obmann Martinz betonten, sei ja das Land gar nicht Eigentümer der Bank gewesen und könne daher gar nicht geklagt werden.

Formal hat die Kärntner Landesholding, welche die Landesanteile an der Hypo verwaltet hat, diese an die BayernLB verkauft. Aufsichtsratsvorsitzender der Holding ist Martinz, der erklärte, der Vorwurf der Täuschung sei völlig absurd. Die Hypo sei zum Zeitpunkt des Verkaufs im Frühjahr 2007 die "bestgeprüfte Bank" Österreichs gewesen. Zudem hätten die Bayern "Kohorten an Prüfern" nach Klagenfurt geschickt. Die Bayern hätten ein Angebot gemacht und die Holding habe dieses angenommen.

Dass der Aufsichtsrat der Bank bis dahin seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei, wies der ÖVP-Obmann ebenfalls kategorisch zurück. Zudem sei für die Bereitstellung von Bewertungsunterlagen der Vorstand der Bank verantwortlich. Martinz: "Und das war zu diesem Zeitpunkt der Dr. Grigg (GraWe-Vorstand Siegfried Grigg, Anm.)."

Bankwert heruntergefahren
Faule Kredite gebe es auch bei anderen Banken, so Martinz, der die BayernLB indirekt mit für das Finanzdebakel der ehemaligen Kärntner Landesbank verantwortlich machte: "Die Bayern waren zweieinhalb Jahre in der Bank, sie haben die Bilanzsumme in dieser Zeit um ein Drittel nach oben gejagt und den Wert der Bank in dieser Zeit von 3,25 Milliarden Euro auf Null heruntergefahren, und wir haben noch einmal 200 Millionen nachschießen müssen."

Dobernig meinte, er sehe einer eventuellen Klage "gelassen entgegen". Bayern prüft laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe gegen das Land Kärnten. (apa/red)